Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der sixtinische Himmel

Leon Morell

Seine Werke kennt man, doch wer war eigentlich der Mensch Michelangelo? Wenn man dem Autor Leon Morell glauben mag, dann war er ein etwas seltsamer Kauz, hochbegabt und unendlich kreativ, aber gleichzeitig ein ständiger Grübler und Eigenbrötler.

von Von Beater Rottgardt

, 04.06.2012
Der sixtinische Himmel

In "Der sixtinische Himmel" spielt Michelangelo nicht die Hauptrolle. Aurelio, ein fiktiver junger Mann aus der Provinz, der dem Künstler als Kind begegnet und der seitdem davon träumte, selbst ein Bildhauer zu werden, ist der Protagonist.Schreckliches Ereignis

Ein schreckliches Ereignis führt dazu, dass Aurelios Traum sich zu erfüllen scheint. Söldner überfallen den elterlichen Hof, schänden und ermorden seine Mutter. Der Junge will dort nicht mehr bleiben, entschließt sich, sein Glück im weit entfernten Rom zu suchen.

Auf seiner Reise dorthin macht er die Bekanntschaft Margheritas einer seltsamen jungen Frau, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Sie ist auf der Flucht vor ihrem eifersüchtigen Mann und träumt auch davon, in Rom ihr Glück zu finden - als Kurtisane.Erotischer Zauber

In der ewigen Stadt trennen sich ihre Wege zunächst, doch sie werden sich immer wieder kreuzen. Aurelio kann dem Charme und dem erotischen Zauber der jungen Frau nicht widerstehen.

Gleichzeitig erwählt Michelangelo den jungen Mann zu seinem Gehilfen und zu seinem Modell. Der Adam in der Schöpfungsgeschichte, die der Künstler als Teil des Freskos in der Sixtinischen Kapelle entwirft, trägt Aurelios Züge.Spannende Geschichte

Eifersüchteleien zwischen den Gehilfen und Freunden Michelangelos, der Papst, der seiner geheimnisvollen Kurtisane verfallen ist und das Alltagsleben im Rom zu Zeiten, als der Petersdom neu gebaut wird - all das verwebt Morell zu einer spannenden Geschichte. Bei der jene Papst-Geliebte dem jungen Aurelio den Kopf verdreht.

Ein historischer Roman, dem vielleicht eine etwas straffere Handlung gut getan hätte. Dennoch lesenswert. Eine tolle Idee ist der Einband - aufgeklappt ist das Fresko der Sixtinischen Kapelle zu sehen.

Leon Morell: Der sixtinische Himmel, Scherz, 19,99 Euro, ISBN 978-3-502-10224-3.