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Klavier-Festival: András Schiff

Dialoge mit dem Publikum und in der Musik

DORTMUND Es gibt wenige Pianisten, die gut Klavier spielen und gut über Musik reden können. András Schiff ist einer von ihnen. Am Dienstag schenkte er dem Publikum des Klavier-Festivals Ruhr im Konzerthaus Dortmund ein knapp 40-minütiges Extra zu seinem Klavierabend, in dem der 63-jährige Ungar in perfektem Deutsch die "Dialoge" zwischen den beiden Werkgruppen erklärte. Und zwischen vier Komponisten - "vier Europäern. Man muss heutzutage betonen, was für eine Bedeutung Europa hat", sagte Schiff.

Dialoge mit dem Publikum und in der Musik

András Schiff spielt beim Klavier-Festival Ruhr in Dortmund.

Bach und Bartók stellte er im ersten Teil gegenüber: das Capriccio "Über die Abreise des geliebten Bruders" und Duette aus der "Clavierübung" sowie Tänze aus dem "Mikrokosmos" und Bartóks Sonate.

Ein großartiger Klangpoet

Und Schiff braucht kein Pedal, um ein großer Gestalter zu sein. Ruhig und linear spielte er diese Werke und stellte Strukturen wunderbar heraus. Der Ungar ist nicht nur ein großartiger Klangpoet, sondern auch ein guter musikalischer Architekt.

Ohne Übergänge fügte er die Werke aneinander. Und man hörte nur an der etwas wilderen Rhythmik und freieren Harmonik von Bartók, wo die Barockwerke enden und die aus dem 20. Jahrhundert beginnen.

Rhythmus und Poesie

Janácek und Schumann war das Dialogpaar des zweiten Teils. Und stand im ersten Teil Rhythmus im Vordergrund, ging es dann um Poesie. Janáceks Requiem für seine Tochter, "Im Nebel", breitete Schiff als dichtes Ausdrucksstück mit empfindsamem Anschlag aus.

Auf die Vaterliebe im Trauerflor folgte Schumanns glühende Liebe für Clara Wieck, die C-Dur-Fantasie. Mit einem neuen Schluss, den er in der Budapester Bibliothek entdeckt hat, spielte Schiff das leidenschaftlich liedhafte Liebesbekenntnis.

Zugaben hätte das runde, mit den Erklärungen lange Programm nicht gebraucht, aber Schiff dankte mit Schumanns Humoreske und dem "Fröhlichen Landmann".

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