Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Entdeckung der Langsamkeit: Der Film "Unter Kontrolle" von Jennifer Lynch

Töchter berühmter Väter haben es nicht leicht, wenn sie sich in Papas Metier die Sporen verdienen wollen. Sofia Coppola konnte mit "Lost in Translation" aus dem Schatten ihres Erzeugers treten. Jennifer Lynch, Tochter von David Lynch, versucht es mit ihrem Kinodebüt "Unter Kontrolle".

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 03.08.2008
Die Entdeckung der Langsamkeit: Der Film "Unter Kontrolle" von Jennifer Lynch

Bill Pullman und Julia Ormond als FBI-Ermittler.

Ein böser, bizarrer, irritierender Thriller von aufreizender Langsamkeit, dem man anmerkt, wieviel Kopfarbeit in ihm steckt. Ein Erstling, der sichtlich Eindruck schinden will, der sich zwischen Oliver Stones "Natural Born Killers" und Michael Hanekes "Funny Games" in unserem Kopf einnisten möchte.Alptraumhaftes Blutbad

Die Story beginnt mit einem albtraumhaften Blutbad. Ein Mann und eine Frau werden überfallen und viehisch zugerichtet. Zwei FBI-Agenten, gespielt von Bill Pullman und Julia Ormond, treffen auf der Polizeiwache ein und leiten die Verhöre. Offene Feindseligkeit schlägt ihnen entgegen. Die örtlichen Cops sind ein Haufen kranker Zyniker, denen die Klugscheißer vom FBI gerade noch gefehlt haben.Der Zuschauer ist innerlich alarmiert

Da braut sich etwas zusammen auf der Wache. Man weiß nicht was, ist aber innerlich alarmiert. Rückblenden, die Aussagen eines Mädchens und einer Junkiebraut bebildern, zeigen die Provinzsheriffs als üble Typen: "Bad Lieutenants", auf Schikane und Demütigung aus.Polizisten entpuppen sich als üble Typen

In Form eines erzählerischen Flickenteppichs erfahren wir von einer Schießerei auf dem Highway. Seine Spannung generiert der Film fernab von Rumpel-Action. Was ist passiert, wer und wo sind die Täter? Hat man sich mit der schleichenden Gangart der Inszenierung angefreundet, ist das nicht ohne Kitzel. Die Schlussvolte kommt nicht völlig unerwartet, teilt aber dennoch einen Schlag in die Magengrube aus. Der Plot von "Unter Kontrolle" ist ein kühl ausgeklügelter Versuchsaufbau, etwas eitel, etwas selbstgefällig. Aber: Kein Thriller von der Stange. Ein Film, der ins Langzeitgedächtnis wandert.