Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Oper im Musiktheater im Revier

"Die Frau ohne Schatten" neu durchdacht und inszeniert

GELSENKIRCHEN Im Ruhrgebiet ist sie länger nicht mehr erklungen: "Die Frau ohne Schatten" - die aufwendigste und ehrgeizigste Oper, die Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss in den Weltkriegsjahren erfanden und erst 1919 in Wien aufführen konnten.

"Die Frau ohne Schatten" neu durchdacht und inszeniert

Nahezu 400 Erwachsene und Kinder sind bei der Oper »Die Frau ohne Schatten« im Einsatz.

Am Sonntag haben Intendant Michael Schulz und Generalmusikdirektor Rasmus Baumann mit ihr die Spielzeit des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen eröffnet. Und wer Strauss zu kennen meint, aber das Werk noch nie gehört hat, der wird geradezu überrumpelt von der Eigenwilligkeit, der herben Schönheit und Ausdruckskraft, aber auch Widerspenstigkeit dieser Musik und dieses Librettos.

Für das Revier ist die Aufführung des Werks nicht nur aufwendig (nahezu 400 Beteiligte, darunter illustre Gäste), sondern eine substanzielle Sensation; sie ist vom Regisseur neu durchdacht und mit Begeisterung in Szene gesetzt, und vor allem wird die Musik - gesungen, gespielt, dirigiert - hinreißend zur Entfaltung gebracht. Hofmannsthals geheimnisvolle Handlung geht aus von bekannten Märchenmotiven (Schwanenjungfrau) und Erzählvorlagen (Chamissos ‚Peter Schlemihl‘): Die Kaiserin, Tochter des Geisterfürsten, muss ins Feenreich zurück, wenn es ihr nicht gelingt, binnen drei Tagen einen menschlichen Schatten zu gewinnen. Und ihr Mann, der Kaiser, wird dann versteinern.

Im Kopf des Dichters wie des Komponisten hat ihre Geschichte durch den Weltkrieg einen bedrohenden Gegenpol erfahren. Dies haben Regisseur und Dirigent szenisch sichtbar und musikalisch hörbar in die Aufführung eingebracht. Am Ende siegt nicht das Böse, sondern das Verzeihen und die Liebe. Nicht nur den hingebungsvoll agierenden Hauptsolisten (Martin Homrich, Kaiser, Yamina Maamar Kaiserin, Gudrun Pelker, Amme, Urban Malmberg, Barak, der Färber, Sabine Hogrefe, die Färberin), sondern all den vielen begeistert Mitwirkenden, bis hin zu Chor und Kinderchor: Danke! 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sieg bei Kampfabstimmung

Dietmar Dieckmann wird neuer Kulturdezernent in Bochum

Bochum Der 56-jährige Dietmar Dieckmann (SPD) wird neuer Bochumer Kulturdezernent. Nach einer Kampfabstimmung im geheimen Wahlverfahren konnte sich der Gelsenkirchener in der letzten Ratssitzung des Jahres am Donnerstag klar gegen die Bochumerin Regina-Dolores Stieler-Hinz durchsetzen.mehr...

Neu im Kino

„Meine schöne innere Sonne“ bietet nichts – außer Juliette Binoche

DORTMUND Gleich die erste ist eine Sexszene. Die attraktive Juliette Binoche (53) im Bett mit einem wenig anziehenden Kerl. So beginnt der Film „Meine schöne innere Sonne“.mehr...

Buchkritik

Monika Maifeld: „Morgen ist es Liebe“

Drei Tage vor Weihnachten verunglückt die junge Ärztin Alexandra in den Weinbergen an der Mosel. Kurz bevor ihr Auto in Flammen aufgeht, zieht ein Mann sie aus dem Wrack. mehr...

Buchkritik

Irene Dische: „Schwarz und Weiß“

„Schwarz und Weiß“ heißt der große neue Roman der deutsch-amerikanischen Schriftstellerin Irene Dische. Darin geht es um Rassenkonflikte – auch.mehr...

Tipps der Redaktion

Tolle Konzerte sorgen für einen schwungvollen Start ins neue Jahr

Dortmund Wiener Walzer oder Beethovens neunte Sinfonie? Es gibt viele Varianten, um das neue Jahr schwungvoll zu starten. Dies sind unsere Tipps für Silvester- und Neujahrskonzerte.mehr...

Dortmunder Konzerthaus

Virtuose Augustin Hadelich macht Sibelius‘ Violinkonzert zur Seelenmusik

Dortmund In den USA spielt der Musiker Augustin Hadelich in der Top-Liga: 2006 gewann er dort den wichtigsten Geigenwettbewerb. Auch im Dortmunder Konzerthaus zeigte er jetzt Weltklasseformat.mehr...