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"Die Legende von Aang": Fantasy-Cocktail ohne die richtige Mischung

Im Kino

Erfolg kann ein Fluch sein. Nach dem Kassenhit "The Sixth Sense" lief M. Night Shyamalan in die Falle, das Motiv des überraschenden Purzelbaums wiederholen zu wollen. Die Magie wurde stetig schwächer. Mit "Die Legende von Aang" versucht der Regisseur sich nun am Fantasy-Blockbuster.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 16.08.2010
"Die Legende von Aang": Fantasy-Cocktail ohne die richtige Mischung

Noah Ringer (l.) als Aang in dem Fantasyfilm "Die Legende von Aang".

Vorgeknöpft hat er sich den Pseudo-Manga "Avatar - Der Herr der Elemente", eine US- TV-Serie für Kinder. In 120 Kinominuten quetscht Shyamalan den Stoff ganzer Staffeln. Damit nicht genug, plündert "Die Legende von Aang" den Motivfundus großer Fantasy-Spektakel: "Star Wars", "Herr der Ringe" "Der magische Kompass", "Die Chroniken von Narnia". Shyamalan sammelt derart beflissen fremde Perlen, dass man die Angst dahinter spürt: Bloß keinen Flop! Lieber auf Nummer sicher. Ab mit den Brocken in den Fantasy-Mixer, durchgequirlt - fertig ist der Erfolgs-Cocktail.Karate-Kid mit Zen-Kraft Eben nicht. Das Resultat ist ein Epigone vom Reißbrett. Alles will er richtig machen, wenig gelingt. Starten wir beim Mythen-Brimborium: Die Welt, vier Elemente, vier Nationen, ist aus der Balance. Feuerkrieger unterjochen die Stämme, die für Erde, Wasser, Luft stehen. Nur Aang, der Auserwählte, kann die Harmonie herstellen. Als Karate-Kid mit Zen-Kraft durchläuft Aang seine Trainingsphase. Dev Patel ("Slumdog Millionaire") mimt den Erzfeind, einen Feuerkrieger. Duelle wachsen sich zur (Trick-) Schlacht aus, siehe Tolkiens "Helms Klamm". Die notorischen Kampfsport-Einlagen können der Hongkong-Schule nicht das Wasser reichen. Im Hechelsprint Angkor Wat-Tempel, Eisfestung, fliegende Lemuren. Hingucker in 3D, nicht wirklich imposant. Raunen von Schicksal und Bestimmung zu selbstergriffen sülzender Pathos-Musik. Und nie findet diese "Magical Mystery Tour" den rechten erzählerischen Atem. Im Hechelsprint werden die Attraktionen abgeklappert. So sieht es aus, wenn ein Businessplan die Fantasie erschlägt.