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Die Liebe zum Lichtbild

NEUSS Als extravaganter Chefdesigner für Modehäuser wie Chanel und Fendi ist Karl Lagerfeld seit langem weltbekannt. In jüngster Zeit profiliert sich der in Paris lebende Modezar zunehmend auch als Fotograf.

Die  Liebe zum Lichtbild

<p>Modeschöpfer Karl Lagerfeld stellt sich als Fotograf vor - und stand selbst im Blitzlichtgewitter. Foto: dpa</p>

Dabei hat er die Liebe zum Lichtbild bereits vor 20 Jahren für sich entdeckt und inzwischen etliche Fachauszeichnungen erhalten. Die aktuelle Ausstellung der Langen Foundation stellt Karl Lagerfeld als stilsicheren Künstler vor, der sich offensichtlich von der Fotografie- und Kunstgeschichte inspirieren lässt. Warum auch nicht.

Gespür für Material

Seiner Arbeit als Modeschöpfer verdankt er sein Gespür für Material und Oberflächen, Formen und Wirkungen. Die Bilder im ersten Raum zeigen Motive wie Autospuren im Sand, Bodenplatten, Kabelwellen, Wasserspiegelungen und Metallgeländer. Nie ist ein Objekt ganz zu sehen, immer nur Fragmente. Wie der Ausstellungstitel verspricht, wird so Konkretes abstrakt. Charakteristisch ist das Wechselspiel von harten Kontrasten und weichen, verschwommenen Übergängen.

Die eigentliche Meisterschaft Karl Lagerfelds liegt jedoch in der Kunst der Präsentation. So druckt er viele seiner großformatigen Schwarzweißfotos auf Buckram, schweres Leinengewebe. An der Wand sind die rahmenlosen Bilder lediglich mit kantigen Metallstiften befestigt. Eine solche Hängung ist eher ungewöhnlich, steigert aber die haptische Anmutung.

Beinahe die gesamte Stirnseite nimmt der Ausschnitt einer breiten, verwitterten Treppe ein. Hier bezieht sich Lagerfeld konkret auf die elegante Architektur des Hauses, dessen Gebäuderiegel Tadao Ando durch eine vertikale, makellose Betontreppe verbunden hat.

Licht und Bewegung

Die linke Längswand im zweiten Raum beschreibt in der Anordnung der Fotografien einen Bogen von abstrakten Gitterstrukturen zu einer modisch gekleideten Frau. Auf der Gegenseite sind knapp 70 Arbeiten den Themen Licht und Bewegung, Oberfläche und männliche Anatomie gewidmet. Beim Abschreiten entsteht der Eindruck von Filmstills. Konsequent schließt sich eine Projektion von Super-8-Etüden an. Kurze, grobkörnige Filme über Wellen am Strand, Schatten und bewegte Beine. Weitaus mehr als die einzelne Arbeit überzeugt die ästhetische Gesamtkonzeption der Schau. Ein Genuss.

Karl Lagerfeld: "Konkret Abstrakt Gesehen", Langen Foundation, Raketenstation Hombroich, bis 4.5.08, täglich 10-18 Uhr, Katalog 8 .

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