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Die Mumie Teil 3: Ironie verlässt die Helden nie

"Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers", das dritte Abenteuer von Rick und Evelyn O'Connell, ist mehr als nur eine Fortsetzung der beiden Kassenknüller aus den Jahren 1999 und 2001. Es ist auch ein Neuanfang, bei dem sich vor wie hinter der Kamera einiges verändert hat.

von Von Sascha Westphal

, 05.08.2008
Die Mumie Teil 3: Ironie verlässt die Helden nie

Seine Frau hat sich doch sehr verändert: Abenteurer Rick O´Connell (Brendan Fraser) mit Evelyn, die im neuen dritten Film der Reihe nun von Maria Bello verkörpert wird.

Die wagemutige Evelyn wird nun von Maria Bello statt von Rachel Weisz verkörpert. Stephen Sommers, der Schöpfer dieser postmodernen Variation auf die "Indiana Jones"-Filme, hat die Regie an Rob Cohen abgegeben, einen klassischeren, aber auch weitaus politischeren Filmemacher. Zudem verschlägt es O'Connells diesmal nicht nach Ägypten, sondern ins China des Jahres 1947, in dem Offiziere wie der faschistische General Yang (Anthony Wong Chau-sang) nach der Macht greifen.

General Yang ist es auch, der Rick (Brendan Fraser), Evelyn und deren mittlerweile 23-jährigen Sohn Alex (Luke Ford) in seine Gewalt bringt. Sie sollen ihm helfen, den legendären Drachenkaiser Han (Jet Li), dessen sterbliche Überreste Alex kurz zuvor gefunden hatte, wieder zum Leben zu erwecken.

Planlos mutig

Schon in den ersten beiden "Mumien"-Abenteuern fiel Rick O'Connell vor allem durch seinen typisch amerikanischen, dabei aber ziemlich planlosen Aktionismus auf. Er erwies sich zwar immer als Held, allerdings als einer, der sich mehr auf sein Glück als auf sein Können verlässt. Rob Cohen betont nun die parodistische Seite dieser Figur noch stärker.

Je aussichtsloser der Kampf gegen Han erscheint, desto deutlicher verschiebt sich der Fokus der Geschichte von den O'Connells hin zu der mehr als 2000 Jahre alten Zauberin Zi Yuan (Michelle Yeoh) und ihrer Tochter Lin (Isabella Leong). Zi Yuan hatte den Drachenkaiser und seine Armee einst verflucht und in Terrakotta-Statuen verwandelt. Und auch 1947 sind sie und Lin die Einzigen, die Han zu Fall bringen können.

Cohen bricht hier endlich mit der rassistischen Grundtendenz des noch ganz von den Werten und Vorstellungen der Kolonialzeit geprägten Abenteuergenres. Dazu passt auch, dass Michelle Yeoh, Isabella Leong und Jet Li ihren westlichen Co-Stars regelrecht die Schau stellen. Im Vergleich zu ihnen wirken Brendan Fraser und Luke Ford hölzern, vor allem in den sehr energetischen und doch altmodisch choreographierten Action-Sequenzen.

Diesem ironischen Umgang mit Heldenbildern entspricht auch der anarchistische Grundton dieses dritten "Mumien"-Films. In seiner Welt sind nicht nur der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Im großen Finale siegt das Chaos über die Ordnung. Die Unterdrückten bezwingen ihre Unterdrücker. Und in diesem Moment ist auch die Freiheit der Menschen grenzenlos.

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