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Die Proben zur RuhrTriennale laufen auf Hochtouren

GELSENKIRCHEN Wenn sich die Festspiele in Salzburg und Bayreuth dem Ende zuneigen, geht es in der Metropole Ruhr erst richtig los. Mit einem Konzert der Blueslegenden Mose Allison und Bettye LaVette beginnt am 22. August in der Bochumer Jahrhunderthalle die RuhrTriennale.

Die Proben zur RuhrTriennale laufen auf Hochtouren

Zur Eröffnung gibt´s die "Vergessene Straße" - mit skurrilen Figuren.

Und die hat es mit sieben Uraufführungen und drei deutschen Erstaufführungen unter den 31 Produktionen bis zum 2. Oktober in sich. Der Mut zum Experiment ist bei etablierten Festivals die Ausnahme. Für das Parade-Spektakel der Metropole Ruhr aber gilt die Bereitschaft, eingefahrene Gleise zu verlassen, auch im siebten Jahr als Regel.

Für die erste szenische Uraufführung beginnt Johan Simons am Samstag in der Bochumer Jahrhunderthalle mit den Endproben. Der Niederländer, der neben Willy Decker als neuer Triennale-Intendant im Gespräch war, bevor er sich für die Münchner Kammerspiele entschied, bringt am 23. August die Bühnenfassung eines Romans aus dem Arbeitermilieu heraus. Diesmal widmet er sich dem Roman "Vergessene Straße", den sein Landsmann Louis Paul Boon im Zweiten Weltkrieg schrieb. 40 Meter Länge misst das in der vergangenen Woche montierte Bühnenbild.

Aus der Fremde

Um Aufmerksamkeit muss Regie-Berserker Christoph Schlingensief, in dem mancher nur einen "Radau-Regisseur" sieht, mit seinem Fluxus-Oratorium "Eine Kirche der Angst" nicht buhlen. Für diesen szenischen Alptraum zum Triennale-Thema "Aus der Fremde", für dessen Uraufführung am 21. September er ab Montag in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord probt, hat er eigens Angst-Experten zu Rate gezogen.

Gespannt sein darf man auch darauf, wie sich der Belgier Alain Platel, seit seiner Erfolgsproduktion "Wolf" eine feste Größe der RuhrTriennale, als Katholik am protestantischen Hochamt von Bachs Matthäuspassion abarbeitet. Mit seiner zehnköpfigen Truppe probt der 52-Jährige seit dem Frühjahr in einer alten Halle im ärmsten Viertel von Gent am Hafen der Schelde-Stadt, für die Uraufführung von "pitié! Erbarme Dich!" am 2. September in der Jahrhunderthalle.

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