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"Heavy Music" in Gelsenkirchen

Die göttliche Mauer ist bunt

GELSENKIRCHEN. "Ich glaube, Gott ist eigentlich überall." Stimmen von Teenagern eröffnen den Abend. Er kreist um Glauben, Gebet, Rituale, bildet die kulturelle Vielfalt des Reviers ab. Bei "Heavy Music - Cool Love 2012" arbeiten Choreografen, Tänzer, Sänger vom Gelsenkirchener Musiktheater im Revier mit Schülern an einer "Vision von Gott", so der Untertitel des Stückes, das am Donnerstag im Kleinen Haus Premiere hatte.

Die göttliche Mauer ist bunt

Die Schüler fanden einen ungewöhnlichen Zugang zum Thema Religion.

Theaterpädagogen begleiteten den kreativen Prozess. Tänzer des Balletts setzten künstlerische Akzente, fungierten in Massenszenen auch als Stützkorsett inmitten der Schüler. Wir sehen fünf Paare im Pas de deux, sublime Erotik versprühend. Eine Dame zeigt Bäuchlein, es kräht ein Kind, auf der Leinwand entrollt sich ein Leben von der Wiege bis ins Alter. Zu Kerzenlicht folgt eine Prozession einem Toten, murmelt im Halbdunkel ein Amen: ein starkes Bild.

"Was passiert nach dem Tod?", fragt ein Mädchen. Aus bemalten Kisten (Davidstern, Kreuz, Yin und Yang) errichten die Teens eine "Mauer des Glaubens". Mit Einkaufstaschen paradieren sie zu HipHop-Beats am Teufel vorbei, er ist der "Gott des Kommerzes".

Trend-Klamotten (Kostüme: Andreas Meyer) wecken Begehrlichkeiten, Gezerre um den Ghetto-Blaster führt zur Kampf-Choreografie "Gott des Krieges". Girlie-Gangs tanzen Aggression, Jungs fechten mit Stöcken. Eine Schule aus der Türkei bebildert die Gottesvision in folkloristischer Anmutung zu Dias der Hagia Sophia und aus Mekka. Christlicher Sakralgesang wird von Michael Jacksons "Black Or White" abgelöst, intoniert von einer Schülerband. Eine muntere, bilderpralle Produktion in der Regie von Michaela Dicu und Britta Tönne.


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