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Dortmunder Opernchef kann auch Lehár

Oper am Rhein

Mit dem "Graf von Luxemburg" feierte Jens-Daniel Herzog am Samstag sein Operetten-Debüt als Regisseur - nicht in Dortmund, wo er Hausherr der Oper ist, sondern an der Rheinoper in Düsseldorf. Das Publikum nahm seine spritzige Lehár-Produktion begeistert auf.

DÜSSELDORF

, 04.12.2016
Dortmunder Opernchef kann auch Lehár

n Jens-Daniel Herzogs turbulenter Inszenierung gibt es eine Eheschließung durch die Wand.

Herzog schöpft aus dem Vollen: Die Weltstars Bo Skovhus und Juliane Banse führen sein hochkarätiges Ensemble im Düsseldorfer Opernhaus an, Mathis Neidhardt hat ihm detailverliebte nostalgische Pariser Interieurs geschaffen, Kostümbildnerin Sibylle Gädeke darf sich im zweiten Akt austoben. Spielwitz und pointierte Aktualitätsbezüge dominieren.

Eheschließung durch die Wand

Da malt Cornel Frey als Bohemien in seiner Dachkammer sein Modell Juliette (Lavinia Dames) mit viel Farbe an und gerät der sturzbetrunkene Graf (spiel- und stimmstark: Bo Skovhus) in die Fänge russischer Mafiosi.

Damit die Operndiva Angèle (fein perlender Sopran: Juliane Banse) für den schwerreichen russischen Fürsten Basil (witziger alter Galan: Bruce Rankin) zur standesgemäßen Adligen werden kann, wird der Graf aufs Klo gesetzt; die befristete Ehe mit dem Luxemburger wird durch ein Loch in der Wand geschlossen.

Turbulent inszeniert

Scheint der Mittelakt unter Einsatz der Drehbühne an Turbulenz kaum zu überbieten zu sein, so gelingt Herzog fürs Finale eine nochmalige Steigerung.

Oliver Breite beklagt als Hotelangestellter die Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen, weshalb er selbst im fliegenden Wechsel in die Rollen von Hausmeister, Liftboy und Kellnerin schlüpft. Susan Maclean macht das umgetextete Couplet "Alles mit Ruhe genießen" der Gräfin Kokozowa zum Rundumschlag gegen moderne Tendenzen.

Flexibles Orchester

Die flexiblen Choristen der Deutschen Oper und die Düsseldorfer Symphoniker unter Lukas Beikircher machen das Operettenglück fast vollkommen. Einziger Einwand: Wenn’s schnell wird, sind Solisten und Orchester nicht immer ganz zusammen.

Termine: 6./8./11., 13./17.12., ab 22.12. im Theater Duisburg; Karten: Tel. (0211) 8925211 bzw. (0203) 28362100.