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Aalto-Theater

Druiden streifen durch den Bretterwald

ESSEN Bellinis "Norma" gilt als Inbegriff der italienischen romantischen Oper, bietet sie doch in geheimnisvollem Setting tragische Gefühle in XXL. Die am Samstag von Imogen Kogge und Tobias Hoheisel am Essener Aalto-Theater herausgebrachte Produktion überzeugt vor allem musikalisch.

Druiden streifen durch den Bretterwald

Sie will es, aber sie kann es nicht: Norma (Katia Pellegrino) bedroht Pollione (Gianluca Terranova).

Schauspielerin Imogen Kogge arrangiert die Dreiecksgeschichte von dem römischen Prokonsul und seinen Liebschaften unter gallischen Druidenpriesterinnen im Aalto-Theater sehr konventionell. Ihr Partner Tobias Hoheisel reduziert den Wald, in dem die Druiden in fahlem Mondlicht ihre Rituale zelebrieren, auf hohe gewölbte Bretterwände, die im positiven Nebeneffekt allerdings die Stimmen der Sänger gut abstrahlen.

Doppelleben

Ein Drehbühnenelement steht für Normas "Doppelleben": Vor der einen Wandseite zeigt es den Erdhügel, wo sie ihrem Kult nachgeht, vor der anderen ein Doppelbett - Zeichen fürs unstatthafte Privatleben der zu Keuschheit verpflichteten Priesterin.

Hoheisels Kostüme unterstreichen das symbolisch-abstrakte Konzept. So tragen die beiden "unschuldigen" Frauen weiße Kleider: Norma, die Ex, die mit Pollione zwei Kinder hat, eine lange schwarze Jacke darüber, Adalgisa als die aktuelle Flamme des Römers mit rotem Überwurf. Pollione ist ein forscher Eroberer in Militäruniform, die Gallier sind archaische Gestalten in Schwarz.

Starke Tragödin

Katia Pellegrino, eine vielbeschäftigte Norma, zeigt auch in Essen ihre Klasse als sensible wie ausdrucksstarke Tragödin, wenngleich ihr Sopran auch bei der Premiere anfangs noch recht eng und schrill klang. Mezzosopranistin Bettina Ranch gelingt als Adalgisa mit leichter und flexibler, Wärme ausstrahlender Stimme ein toller Einstieg ins Aalto-Ensemble.

Pollione Gianluca Terranova entfaltet heldentenorale Strahlkraft mit lyrischen Tönen. Insung Sim stattet das Druidenpriesteroberhaupt Oroveso mit sattem Bass aus. Der Chor des Aalto-Theaters bietet eine wirkungsvolle Klang-Kulisse. Giacomo Sagripanti lässt die Essener Philharmoniker elegant und kraftvoll-intensiv tönen.

Termine: 12./14./ 16./22./27.10.; Karten: Tel. (0201) 8122200.

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