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Ein Engel für Chloé

DORTMUND „Bor, wie im Kino“, tönt ein Junge, als sich der Vorhang öffnet und eine Leinwand sichtbar wird. Plötzlich schwebt ein Engel über die Bühne – und der Junge wird ganz still.

von Von Katrin Pinetzki

, 16.11.2007
Ein Engel für Chloé

Posaunenspiel auf dem Hausdach: Engel Manuel (Roman Konieczny) mit Schützling Chloé (Anna Schmidt).

„Engel im Haus“ heißt das Weihnachtsstück des Dortmunder Kinder- und Jugendtheaters, das am Donnerstag im großen Schauspielhaus Premiere, gar Uraufführung feierte: Ensemblemitglied und Autorin Bettina Zobel schrieb das Stück um das Mädchen Chloé, für das im neuen, schicken Reihenhaus niemand mehr so recht Zeit hat, bis Schutzengel Manuel auftaucht.

Wechselnde Kulisse

Ein komplettes Häuschen inklusive Vorgarten, Dachluke und Abfalltonne zauberte Ausstatter Oliver Kostecka auf die viel genutzte Drehbühne: Mal spielt die Handlung vor bzw. auf dem Haus, mal darin. Regisseur und KJT-Leiter Andreas Gruhn inszeniert die wie am Schnürchen funktionierende Kinder-Weihnachtskomödie temporeich und spritzig, so dass nicht nur Kinder ab 7 Jahren großen Spaß haben – Tanz- und Gesangseinlagen inklusive.

Am Ende brennt der Weihnachtsbaum

Liebling der Kinder ist der tollpatschige Engel Manuel (Roman Konieczny) in seinem weißen Wollkleid mit seinem Heißhunger auf Nussschokolade und seinem grauenhaften Posaune-Spiel. Er hilft Chloé (Anna Schmidt) aus der Patsche, rückt ihr aber auch den Kopf zurecht: Als Chloé in der Schule Mitschülerinnen mobbt, gibt‘s klare Worte vom Engel. Die Eltern sind dazu auch zu sehr mit sich selbst beschäftigt: Vater (Andreas Ksienzyk) und Mutter (Johanna Weißert) verlieren ihre Arbeit und streiten über Blautanne, Weihnachtsgeschenke und nicht angebrachte Lampen. Zu allem Überfluss verzockt der steifhüftige Opa Heiner (herrlich: Rainer Kleinespel als eine Art Herbert Knebel-Figur) mit seiner Spielsucht das letzte Gesparte – und die übliche vorweihnachtliche Angespanntheit wächst sich zur Katastrophe aus. Mutter und Opa ziehen aus, und am Ende brennt nicht nur sprichwörtlich der Weihnachtsbaum.

Am Ende (also Weihnachten) ist die Welt zwar nicht wieder heil, dennoch wird alles gut: Die ganze Familie samt Freunden hockt auf dem Dach und isst Kartoffelsalat mit Wackelpudding – verrückt schön.   Termine: 18.-22.11., Schauspielhaus am Hiltropwall, Karten 0231/50-27222.

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