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Ruhrfestspiele begeisterten

„Ein Klotz am Bein“ macht Riesen-Spaß in Recklinghausen

Recklinghausen Als abgedrehten Theaterspaß hat Roger Vontobel „Klotz am Bein“, eine Farce von George Feydeau aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, in Szene gesetzt. Umjubelte Premiere feierte die Inszenierung des Schauspiel Frankfurt als Koproduktion mit den Ruhrfestspielen am Donnerstag im Großen Haus in Recklinghausen.

„Ein Klotz am Bein“ macht Riesen-Spaß in Recklinghausen

Schrill und witzig: Katharina Linder (v.l.), Max Mayer, Friederike Ott in der Farce „Ein Klotz am Bein“. Foto: Thomas Aurin

Claudius Lünstedts modernisierte Übersetzung der Gesellschaftsfarce aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert zeigt die Parallelen zu unserer Zeit auf: Es geht um narzisstische Egoisten mit durchökonomisierten Beziehungen, die sich im oberflächlichen Spiel der Eitelkeiten erschöpfen. Angebot und Nachfrage bestimme den Wert des Ehemanns, erklärt Friederike Ott als Viviane. Nur wenn alle ihn wollen, ist er gut.

Gegen Bänder geprallt

Die Leere dieses Lebens aus Lügen, Intrigen und Boshaftigkeiten spiegelt sich in Olaf Altmanns abstrakter Bühne wider: Um die Spielfläche sind an drei Seiten bühnenhohe Bänder gespannt, durch die sich die tollen Komödianten, um im Spiel zu bleiben, durchquetschen müssen und gerne auch mal dagegen prallen.

Denn Regisseur Vontobel setzt in seiner choreografisch anmutenden Inszenierung auf Theatereffekte. Mit exaltierten Gesten lässt er die Spieler agieren, unterlegt ihre Bewegungen zum Teil mit Geräuschen (Live-Musik von Keith O´Brien) – und die Zugluft, die Fernands Geliebte Lucette von seiner Hochzeit vertreiben soll, ist ein gewaltiger Sturm, der alle umhaut.

Tolles Nervenbündel

Der großartige Max Mayer spielt den Egomanen Fernand als hyperventilierendes Nervenbündel, liefert virtuose Kabinettstückchen ab. Denn seine Geliebte (wunderbar Claude de Demo) entpuppt sich als Klotz am Bein, steht der lukrativeren Verbindung mit Viviane im Weg.

Nicht verpassen sollte man das schrille Spektakel dieser Hedonisten, die Ellen Hoffmann in historisierend geschnittene Kostüme aus kunterbunten Stoffen (nur in den ersten Reihen sieht man, dass es sich um Muster des mexikanischen Totenfestes handelt) gesteckt hat.

Nur noch an diesem Freitag (25.5.2018 um 20 Uhr) und am Samstag (26.5.2018 um 19 Uhr). Karten unter Tel. (02361)92180.

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