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Ein besonderes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn

Im Kino: "Mommy"

"Man kann nicht jemanden allein dadurch retten, dass man ihn liebt." Dieser Satz einer Sozialarbeiterin steht wie eine drohende These über dem Film "Mommy" von Xavier Dolan der ein besonderes Verhältnis auslotet: das einer Mutter zu ihrem Sohn.

Ein besonderes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn

Mutter Diane (Anne Dorval) ist mit der Erziehung ihres Sohnes (Antoine-Olivier Pilon) überfordert.

Die Sozialarbeiterin hat Gründe für ihre Prognose: Steve (bemerkenswert: Antoine-Olivier Pilon), 15 Jahre, ist latent gewalttätig, explosiv wie ein schlafender Vulkan. Gerade hat er in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche ein Feuer entzündet, durch das sich ein Bewohner schwer verletzt hat. Steve wird entlassen.

Mutter Diane (herausragend: Anne Dorval) ist mit der Situation, ihren Sohn nun täglich um sich zu haben, überfordert, dennoch kämpft die in prekären Verhältnissen lebende 40-jährige Witwe wie eine Löwin um das Wohlergehen des seit dem Tod des Vaters psychisch gestörten Kindes. Sie lässt sich beschimpfen und terrorisieren, selbst seine Schläge hält sie aus. Zwischendurch weitet sich das Bild zweimal auf Breitwandformat. Zweimal wirkt es wie die Erlösung, hervorgerufen durch Kyla, eine Lehrerin aus der Nachbarschaft. Nicht zuletzt sie macht „Mommy“, der in Cannes mit dem „Großen Preis der Jury“ ausgezeichnet wurde, zu einem emotional aufwühlenden Parforceritt durch zerklüftete Seelenlandschaften. Klug erzählt, brillant gespielt, gewagt inszeniert, herausragend.