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"Hin und weg" im Kino

Eine Geschichte über Freundschaft und Freitod

Jedes Jahr unternehmen sechs Freunde eine mehrtägige Fahrradtour. Jedes Jahr darf ein anderer bestimmen, wohin die Reise geht. Von der aktuellen Fahrt wird einer der Radler nicht zurückkehren – nie mehr.

Eine Geschichte über Freundschaft und Freitod

Letztes Treffen am Strand von Ostende, bevor Hannes (Florian David Fitz, 3.v.r.) seinem Leben ein Ende machen will.

Im Film „Hin und weg“ wird Hannes (Florian David Fitz) Belgien sehen – und sterben. Der 36-Jährige leidet unter ALS und hätte einen ebenso qualvollen Tod vor sich wie sein bereits verstorbener Vater, von dem er die Krankheit geerbt hat. Hannes hat vorgebeugt und mit Wissen seiner Frau (Julia Koschitz) und seiner Mutter (Hannelore Elsner) alles arrangiert.

In Ostende wartet ein Arzt auf Hannes, um ihm – ganz legitim – beim Sterben zu helfen. Aber wie sagt man das seinen Freunden? Dem Casanova Michael (Jürgen Vogel) oder dem durch Sexmüdigkeit gestressten Ehepaar Mareike und Dominik. Nicht zuletzt: Wie sag ich’s dem eigenen Bruder (Volker Bruch)? Hannes informiert sie alle auf halber Strecke, widerwillig beim Abendessen, riskiert, dass die Fahrt abgebrochen wird. Doch die Tour geht weiter. Unter anderem Vorzeichen, in gedämpfter Tonlage. Zunächst jedenfalls.

Regisseur Christian Zübert („Dreiviertelmond“) erzählt eine Geschichte über Freundschaft und Freitod – eingekleidet als Drama und Roadmovie. Und ein bisschen Komödie ist auch dabei. Eine gewagte Mischung. Zübert und sein Team meistern sie mit Bravour. So kann man das zentrale Thema auch einem großen Publikum näherbringen. Vielleicht nur so. Zur Entspannung in emotional aufgewühlter Stimmung dienen Episoden, in denen die Gruppe untereinander anonym gestellte Aufgaben abarbeiten muss. Michael soll sich als Frau verkleiden, Kiki einen Fallschirmsprung absolvieren, die spröde Mareike etwas Illegales tun, ihr nimmersatter Mann an einem Gang-Bang teilnehmen. Jede dieser Aufgaben wird erledigt. Manche eher zufällig – wie der Besuch in einem Swingerklub.

Dabei halten sich die komischen Momente dezent zurück, sind aber immer punktgenau parat, wenn Rührseligkeit oder emotionaler Tiefschlag drohen. Trotzdem auf keinen Fall die Taschentücher vergessen.

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