Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Eine Jugendclique im Rausch

Westfälisches Landestheater

In Ajans Laube kreist der Joint. Die Clique macht Party, Charlotte (Johanna Pollet) wird 16 Jahre alt. Hoch die Tassen, noch ein Schnaps, wo bleibt der Joint? Die Teens hören Ragga und die Bee Gees, Annika (Svenja Marija Topler) knutscht mit Alex, dann wird ihr übel. Sie ist die Kifferei nicht gewohnt, andere schon. Die hängen oft bei Ajan (Banar Fadil) ab, er hat den Stoff und ist täglich "Zugekifft", so der Titel des Jugend-Stückes, das am Sonntag am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel Premiere feierte.

CASTROP-RAUXEL

, 27.06.2016
Eine Jugendclique im Rausch

Das Westfälische Landestheater zeigt mit Vehemenz, wie Drogen Jugendliche verändern

Dramaturgin Sabrina Ullrich hat eine Vorlage von Wolfgang Hänel überarbeitet, die Regie lag in Händen von Ellen Schulz. „Zugekifft“ ist keine Moralpredigt mit erhobenem Zeigefinger.

Hier wird nicht verteufelt, sondern das Leben abgebildet. Hasch ist der Kick für Spaß-Sucher, die „breit“ über jeden Quatsch und jede Kinderei abgeiern. Wie das ausieht, zeigt das Stück sehr überzeugend.  

Vater hat alles im Griff

Famos spielt Maximilian von Ulardt den Chefkasper Alex, der bedröhnt zu Hochform aufläuft, die Augenlider auf halb acht. Und Ajan ist ein Daddy Cool, der alles im Griff hat, auch das Dauerkiffen.  

Von wegen: Charlotte merkt, dass Ajan nichts gebacken kriegt, die Schule schwänzt, Dealern Geld schuldet und zu versacken droht. Soll sie ihn abschreiben, wie Philip (Julius Schleheck) rät? Nicht doch, Freundschaft heißt Verantwortung. Charlotte mag nicht zusehen, wie Ajan sein Leben vermurkst. Mit Witz gespielt  

Die Welt der Hasch-Raucher

Alles drin in dem Einstünder: Der Überschwang des Rausches, verharmlosende Floskeln der Kiffer, ihr Hang zum Selbstbetrug. Die Warnung des Stückes steckt in der Beschreibung der Mechanismen, die die Welt der Hasch-Raucher immer kleiner werden lassen.  Klug inszeniert, stimmig ausgestattet, mit Witz gespielt, sprachlich auf der Höhe – perfekt.

Termine: 14.9., 19.11., Tel. (02305) 978020.

Lesen Sie jetzt