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Eine Reise ins Heilige Land

OBERHAUSEN Mit der kommenden Vorweihnachtszeit beginnt die alljärliche Einkaufshektik. Auch an den Adventssonntagen werden dann eilige Geschenksuchende von einem überfüllten Geschäft zum nächsten hetzen, um Parkplätze ringen und in Kassenschlangen stehen.

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Adelige pilgern wie Bauern und Bettler zum Jesukind. Foto Museum

Sternenhimmel über 450 Figuren in der Krippe

 

Mit einer barocken Großkrippe aus dem 18. Jahrhundert und 450 handgefertigten Figuren bringt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ein Stück Besinnlichkeit in die Zeit des großen Trubels. "Eine Reise ins Heilige Land" heißt die Ausstellung der überdimensionalen Krippe. Ein dunkelblauer Sternenhimmel wölbt sich über die Darstellung des heiligen Geschehens. In der orientalischen Landschaft, die sich über mehrere Meter erstreckt, sind verschiedene Geschehnisse der heiligen Nacht zu beobachten.

Hirten pilgern nach Bethlehem, die Geburt Christi wird verkündet, die Heiligen Drei Könige ziehen aus dem Morgenland zur Geburtsstätte. In faszinierender Detailarbeit hatten Nonnen, Handwerker und Künstler mehrerer Generationen den zierlichen Figuren Augen aus Glas und Perlen gegeben, ihnen echtes Harr auf die wächsernen Häupter gelegt und ihre seidenen Gewänder mit Pailletten und Gold bestickt.

Theaterkunst und Spielzeug zugleich

Fernab des Weihnachtsgeschäftes, während dessen es wenige Menschen in die Museen zieht, fangen hier "Kinderaugen beim Anblick einer solchen Krippe an zu leuchten. Sie glauben noch an die Wahrheit von Bildern", erklärt Kurator Peter Pachnicke. Die Krippe sei nicht nur bildende Kunst, sondern auch Theaterkunst und Spielzeug. Als im 19 Jahrhundert die Säkulisation solche Krippen verboten hatte, gingen die kirchlichen Krippen in Privatbesitz über.Regina Hanemann, Museumsdirektorin der Stadt Bamberg, in dessen Museen die Krippe als Leihgabe steht, vermutet, dass die Großkrippe die Hälfte einer Kirchenkrippe ist.

Krippe wurde geteilt

"Sie wurde wahrscheinlich getrennt, als sie irgendwann von Klosterbesitz in Privatbesitz überging", erklärt Hanemann. In den 1950er Jahren erwarb das Kunstsammlerehepaar Irene und Peter Ludwig die Krippe, die ursprünglich aus Rottenburg am Neckar stammt.

 Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: "Eine Reise ins Heilige Land", Konrad-Adenauer-Allee 46, bis 24.02.08, Di-So 11-18 Uhr.

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