Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Einfach schön Geige spielen

KÖLN Wie ein Donnerschlag ist die neue CD "Virtuoso" von Geiger David Garrett in Südostasien eingeschlagen: Auf Platz 3 der Pop-Charts und Platz 1 der Klassik-Charts ist das Album platziert. Julia Gass sprach mit ihm.

Einfach schön Geige spielen

<p>David Garrett spielt heute in der Show "TV Total" bei Stefan Raab. Foto Ceva Valla</p>

Am Freitag (16.11.) erscheint die CD in Deutschland. Heute um 23 Uhr ist der 27-Jährige, der vor zwei Wochen beim Festival "Next generation" im Dortmunder Harenberg-Haus das Publikum von den Sitzen gerissen hatte, zu Gast bei Stefan Raab in "TV Total" auf Pro 7.

Sie werden als David Beckham oder Beachboy der Geige bezeichnet. Ehrt Sie das oder stört sie das?

Garrett: Ich schmunzel darüber. Ich bin vorher immer nur auf mein Geigenspiel reduziert worden. Auch eine Künstlerseele fühlt sich positiv geschmeichelt, wenn das Äußere gelobt wird.

Sie begeistern ein junges Publikum für Klassik. Wie geht das?

Garrett: Mit Crossover-Projekten wie auf der CD. Auf einer Stradivari kann auch Metallica gut klingen. Und wenn sie das gut finden, interessieren sich Jugendliche auch für meine klassischen Stücke. Das motiviert sehr.

Trotzdem wollen Sie nicht ein zweiter Nigel Kennedy sein.

Garrett: Man muss das trennen. Klassik muss man so präsentieren, wie es richtig ist. Da mache ich keine Kompromisse, da gehört Tradition dazu. Da trage ich auch einen Anzug. Wenn ich moderne Musik spiele, sind die Klamotten anders, dann wird's relaxter. Das sind zwei extreme Welten, die beide für mich sehr interessant sind.

Sie waren als 13-Jähriger der jüngste Exklusiv-Künstler der Deutschen Grammophon und sind dann ausgestiegen und haben in New York als Model gearbeitet. Warum?

Garrett: Ich habe nie aufgehört, Geige zu spielen. Aber ich habe eine Auszeit genommen, weil immer andere über mich bestimmt haben, ich durfte nur immer ja sagen. Es ist jetzt ein Neuanfang. Und jetzt bin ich der, der alles kontrolliert. Dann macht auch die ganze Reiserei viel mehr Spaß.

Sie haben dann bei Perlman Unterricht genommen. Was unterscheidet den Geiger David Garrett vor zehn Jahren und heute?

Garrett: Als Jugendlicher habe ich viel aus dem Bauch gespielt. Jetzt ist immer noch Bauch, aber viel mehr Verstand dabei. Ich habe eine eigene Identität.

Spielen Sie heute bei Stefan Raab auch Geige?

Garrett: Ja, den Hummelflug von Rimsky-Korssakoff. Wie bei Harenberg.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Festival beginnt am 9. August

Ruhrtriennale feiert drei Jahre lang die „Zwischenzeit“

Essen Die Ruhrtriennale ist im Anflug. Am 9. August landet sie symbolisch mit einem begehbaren Flugzeug-Kunstwerk auf dem Festival-Campus an der Bochumer Jahrhunderthalle. Eine von vielen neuen Ideen.mehr...

Schloss Strünkede

Fassade aus Jute wird kommen

Herne Bei der documenta wurde der Künstler Ibrahim Mahama zum internationalen Star. Für die Ausstellungsreihe „Kunst und Kohle“ verhüllt er jetzt in Herne ein ganzes Schloss – vorab gab es aber rechtliche Hürden und auch Kritik.mehr...

Neu im Kino

Trickfilm über lustiges Steinzeit-Leben

Dortmund Regisseur Nick Park erzählt in „Early Man“ (ab Donnerstag im Kino) mit animierten Knet-Figuren, wie der Urmensch das Fußballspiel erlernte. Origineller als Disney, meint unser Kinokritiker.mehr...

Kulturkanal

Künstler hissen Piratenflaggen

Herne Mit dem Projekt „in flaggranti – Piratenflaggen unserer Zeit“ wollen 25 Kunstschaffende aus dem Ruhrgebiet die moderne Piraterie entlarven. Dabei sehen sie sich selbst als Piraten.mehr...

Neu im Kino

„Lady Bird“ kämpft allein gegen alle

Greta Gerwigs „Lady Bird“ erzählt von Not und Peinlichkeit im Leben einer jungen Frau, und davon, wie die Rebellion mit 17 sich anfühlt – ein Film mit Herz und Witz.mehr...

Grillo-Theater

„Der Fall der Götter“ als schlichte Nacherzählung des Filmstoffs

Essen Jan Neumann erzählt Visconti-Film mit „Der Fall der Götter“ im Essener Grillo-Theater leider nur nach. Der Regisseur verpasst die Chance, in der Heimat der Krupp-Dynastie dokumentarisch zu arbeiten.mehr...