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Einmal Hans mit scharfer Soße

"Türken in Deutschland haben immer ein anatolisches Dorf dabei." So beschreibt Hatice (bezaubernd: Idil Üner) ihre persönliche Zwickmühle: Obwohl sie in Hamburg lebt, ist der Sittenkodex der längst aufgegebenen Heimat ihr ständiger Begleiter. Der "Einmal Hans mit scharfer Soße" jongliert da ironisch mit Klischees.

Einmal Hans mit scharfer Soße

Nicht immer einer Meinung: Hatice (Idil Üner) und ihr anatolischer Vater Ismael (Adnan Maral).

Türkin mit deutschem Pass und deutscher Lebensart sucht deutschen Mann. Papa (Adnan Maral) soll er auch gefallen. Das Multikulti-Filmgenre kennt zwei Ausprägungen, tragisch ("Die Fremde") und witzig ("Türkisch für Anfänger"). Buket Alakus' "Einmal Hans mit scharfer Soße" (nach Hatice Akyüns Roman) ist ein Komödien-Leichtgewicht, das ironisch mit Klischees jongliert.

Deutscher Traumprinz Türkische Kerle sind besitzergreifend und fahren Angeber-Autos, hecheln Hatice und ihre Schwestern die Stereotypen durch. Hatice aber wartet auf den deutschen Traumprinzen. Anatolien erscheint ihr in Gestalt von fünf Heinzelmännchen, die als Anstands-Wauwaus ihre Flirts kommentieren - ihr ewiges schlechtes Gewissen.

Stil einer Revue Die jüngere Schwester (Sesede Terziyan) ist schwanger und muss schnell vor den Altar. Der Vater ahnt nichts davon. Erst will er die Ältere unter der Haube wissen. Hatice steht unter Druck, das ist das Schwungrad der Handlung. Sie präsentiert der Familie diverse Strohmänner als Schwiegersohn in spe, damit die Schwester Papas Okay kriegt.

Hatices schwuler Freund (Max von Thun) springt ein, die Maskerade fliegt auf. Erst Hannes (Steffen Groth) scheint perfekt. Der Reigen wird gern im Stil einer Revue erzählt. Die Komik bewegt sich in erprobtem Fahrwasser, radebrechendes Deutsch ("Schiwiegersohn hat schetudiert") wirft einige Lacher ab. Das ist leidlich unterhaltsam, doch auch betulich glatt erzählt, ohne große Überraschungen. Multikulti-Wohlfühl-Kino der harmlosen Sorte.