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"El Cimarrón" fällt ins Wasser

Henze-Oper im Steinbruch

DORTMUND Es hätte so schön sein können: Hans Werner Henzes kleine Oper "El Cimarrón" im Steinbruch in Dortmund-Syburg, in einer kleinen Arena aus Ruhrsandstein, in einer Landschaft, die an die kubanischen Berge erinnert, über die der Sklave Esteban Montejo im 19. Jahrhundert aus der Gefangenschaft floh.

von Von Julia Gaß

, 29.08.2010
"El Cimarrón" fällt ins Wasser

Hubert Käppel spielte auf der Gitarre ein Konzentrat von Henzes Sklavenoper "El Cimarrón" im Steinbruch.

Alles war vorbereitet für das Auftaktkonzert der Henze-Sonderserie des mommenta-Musikfestivals. Sogar eine Bühne aus flachen Steinen und Sitzsteine fürs Publikum hatte das Natursteinwerk Imberg am Samstag aufgebaut. Dann kam das Unwetter, und Percussionist Michael Peters und Gitarrist Hubert Käppel mussten das Konzert in die Produktionshalle verlegen.Martialisches Trommeln Zwischen schweren Steinschneidemaschinen trommelte Peters auf 22 Schlaginstrumenten als Ouvertüre einen Kommentar zu der Henze-Oper, der ein Libretto von Hans Magnus Enzensberger zugrunde liegt. Anklänge an afro-kubanische und spanisch-kubanische Rhythmen hörte man in dieser Percussion-Performance, viele Farben, auch Schreie des Sklaven und martialisches Trommeln. - Eindrucksvoll. Käppel hat in seiner Fassung ein 25-minütiges Konzentrat der anderthalbstündige Oper geschaffen. Der erste und letzte Satz ("Welt" und "Freundlichkeit") waren Henzes Musik, die jedoch eigentlich mit vier Musikern instrumentiert ist.Wetter inszenierte mitSehr geschickt und ohne Brüche fügte Käppel dazwischen mit Rezitationen eine Bearbeitung der "Flucht", die Idylle im "Wald", den kraftvollen "Aufstand" und den "Schlechten Sieg" ein. Mit dem Bogen strich er die Gitarrensaiten in den Ecksätzen und klopfte zur Flucht auf das Holz. Im ersten Satz inszenierte das Wetter mit: Während der Sklave von der Natur sprach, peitschen Regen und Donner so laut, dass der Gitarrist abbrechen und eine Regenpause einlegen musste. Wie in Verona, und die Steinbruch-Arena war inzwischen zum kleinen See geworden. Das nächste mommenta-Konzert mit Henzes Kantate "Being Beauteous" beginnt am Samstag (4.9.) um 20 Uhr im Hoesch-Walzwerk Schwerte, Eisenindustriestraße 1.