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Erste Bayreuth-Woche wird zum Tenorfest

Festspiele

BAYREUTH. Die Auftaktwoche der 99. Festspiele ist zu Ende. Sie entwickelte sich zum Gipfeltreffen junger Wagner-Tenöre, die sich in allen Premieren in Glanzform präsentierten.

von Von Lorenz Tomerius

, 03.08.2010
Erste Bayreuth-Woche wird zum Tenorfest

Edith Haller (als Sieglinde) und Johan Botha (als Siegmund) in der "Walküre" von Richard Wagner bei den 99. Bayreuther Festspielen.

Die von Hans Neuenfels mit unzähligen Ratten geprägte Eröffnungsinszenierung bekommt Glanz von Jonas Kaufmann als Lohengrin. Der hatte als junger Ritter vom Gral schon in seiner Heimatstadt München großen Erfolg. Inzwischen längst zwischen Zürich und New York zu Hause, folgt ihm nächstes Jahr Klaus Florian Vogt auf dem Hügel nach. Gerade hat er hier als Walther von Stolzing mit schlaksiger Lässigkeit für klangedle Furore in "Die Meistersinger von Nürnberg" gesorgt.

Im "Ring des Nibelungen", der in der dürftigen und nahezu einhellig ausgebuhten Inszenierung von Tankred Dorst und Ursula Ehler zum letzten Mal gezeigt wird, erwies sich Christian Thielemann auch an seinem 100. Bayreuth-Dirigat als souveräner "Herr des Ringes". Den für 2013 geplanten Jubiläums-Ring indes wird er nicht dirigieren. Dafür ist Kirill Petrenko vorgesehen. Ein Regisseur ist bislang noch nicht bekannt gegeben. Thielemann aber genoss mit Feuer den "Walküre"-Auftakt, dem der gewichtige Südafrikaner Johann Botha als Siegmund tenoralen Glanz verlieh. Der hatte schon 1990 hier im Chor gesungen und absolviert von Wien aus eine Weltkarriere. Die zeichnet sich auch für den Kanadier Lance Ryan ab, der als Siegfried begeisterte.

Er besticht mit kräftigem, nuancierten, unangestrengt belastbarem Tenor, ist eine jugendlich kecke Erscheinung mit lockerem Charme. Mit Linda Watson als Brünnhilde hat er eine souveräne Partnerin von Format und loderndem Sopran. Bei Giannni Raimondi und Carlo Bergonzi hat er gelernt, den Duft der großen Opernwelt geschnuppert und ist nun zwischen London, Valencia, New York und Bayreuth selbst auf dem Weg zum Weltstar. In die glanzvolle Kette von Wagner-Tenören fügt sich auch der Brite Christopher Ventris ein, der in Stefan Herheims bildstarkem "Parsifal" in Stimme und Spiel beste Figur macht. Botha als Siegmund ist am 21. August beim Public Viewing auf dem Festplatz in der "Walküre" zu sehen.