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Saisonabschlusskonzert in Dortmund

Esa-Pekka Salonen und Yefim Bronfman bieten Zauberklänge für die Göttin der Nacht

DORTMUND Nur drei Tage waren die Münchner dem Konzerthaus Dortmund zuvorgekommen und präsentierten die Deutsche Erstaufführung von Esa-Pekka Salonens neuem Orchesterwerk "Nyx". In Dortmund war das Werk aus dem Jahr 2011 am Sonntagabend im Saisonabschlusskonzert zu hören und hinterließ großen Eindruck.

Esa-Pekka Salonen und Yefim Bronfman bieten Zauberklänge für die Göttin der Nacht

Freude unter Freunden nach dem Konzert: Yefim Bronfman und Esa-Pekka Salonen.

Fast Filmmusik ist Salonens flirrendes, dynamisch weiträumiges Klanggemälde von der Nyx, der Göttin der Nacht. Fast 100 Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, das wieder eindrucksvoll seine Qualitäten als bestes Münchener Orchester demonstrierte, brauchte Salonen, um seine farbige Musik im Saal ausbreiten. Kaum fassbar war die Göttin, die in Schwebeklängen durch die Musik geisterte, und - wenn sie rhythmisch brachial und dynamisch explosiv Gestalt annahm - sofort wieder verschwand. Spannende, spätromantische inspirierte Zauberklänge waren das, in denen Salonen das Orchester wie eine Klangmaschine einsetzt.Salonen begann als Hornist Das ganz auf den Exklusivkünstler Salonen zugeschnittene Programm begann mit Schumanns Konzertstück für vier Hörner. Auch Salonen hat seine musikalische Laufbahn als Hornist begonnen. Hörner setzt er in "Nyx" exponiert ein, und im Abschlusswerk des Konzerts, Brahms zweitem Klavierkonzert, stimmen die Hörner den Lockruf für den Pianisten an. Es ist ein Glücksfall, wenn ein Orchester sechs so vorzügliche Hornisten hat - vier als Solisten und zwei im Orchestertutti. Deshalb hört man Schumanns Konzertstück, aus dem Salonen viel rheinische Lebensfreude klingen ließ, so selten.60 Streicher Der Solist in dem Brahms-Konzert war ein langjähriger Weggefährte des Dirigenten: Yefim Bronfman, wie Salonen Jahrgang 1958. Der finnische Dirigent und Komponist hat dem Russen auch sein Klavierkonzert gewidmet. Und weil die 60 Streicher aus dem BR schon mal da waren, ließ Salonen sie auch Brahms spielen und betonte damit, dass dies eine Sinfonie mit obligatem Klavier ist. Bronfman kennt man von der Zusammenarbeit mit Salonen in Bartok-Werken als Pianisten, der Musik mit viel Rasanz und Spielfreude durchtobt; hier nahm er sich zurück, gab dem Werk majestätische Größe und war das akademisch wirkende Pendant zum emotionalen Salonen.

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