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Essener Philharmonie: Auslastung betrug nur 48 Prozent

ESSEN Jetzt liegen die Zahlen endgültig auf dem Tisch. Ein Defizit von 1,7 Millionen Euro hat der fristlos entlassene Michael Kaufmann als Intendant der Essener Philharmonie angehäuft. Das haben unabhängige Wirtschaftprüfer festgestellt. Und: Die Auslastung des Hauses betrug seit der Saison 2004/05 durchschnittlich nur 48 Prozent.

Essener Philharmonie: Auslastung betrug nur 48 Prozent

Michael Kaufmann

Die Stadt Essen, wegen ihres stillosen Umgangs mit Kaufmann stark in der Kritik, hat die Flucht nach vorn angetreten. So ließ sie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein den Haushalt der Philharmonie genau unter die Lupe nehmen. Die Ergebnisse hat die Stadt detailliert im Internet veröffentlicht. Und auch der Kulturausschuss der Stadt – wegen des großen öffentlichen Interesses gestern in den Ratssaal verlegt – ließ sich von den Prüfern informieren.

In der Spielzeit 2006/07 sei es zu einer Etatüberschreitung von 899 000 Euro gekommen, sagte Manfred Salgert als Geschäftsführer von Warth & Klein. In der Saison darauf waren es 981 000 Euro. Pro Saison seien allerdings 90 000 Euro abzuziehen – eine Art theoretische „Miete“ der Essener Philharmoniker, die den Saal nutzen. Trotzdem bleibe das Defizit bei 809 000 € (06/07) und 891 000 € (07/08). Im Etat stecken außerdem 150 000 € für ein Call-Center und für fünf Mitarbeiter der Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP), die Karten für Konzerte verkaufen. Diese Summe sei eindeutig der Philharmonie zuzurechnen, so TUP-Verwaltungsdirektor Dieter Kükenhöner.

Interessant war, welche Einblicke der Vortrag des Wirtschaftsprüfers in die Amtsführung von Michael Kaufmann ermöglichte. So stehen relativ wenig Besuchern traumhafte Einwerbungen an Sponsorengeldern gegenüber. Ein Beispiel: In der Spielzeit 2006/07 wollte Kaufmann Konzertkarten für 2,52 Millionen Euro absetzen. Er erreichte aber nur Einnahmen von 1,863 Millionen. Das heißt, 657 000 Euro flossen wieder Erwarten nicht in die Kasse. Bei den Abonnements betrug die Differenz zwischen erwarteten und tatsächlichen Einnahmen 82 000 Euro. „Diese Summen sind durch Sponsoren- und Spendengelder aufgefangen worden“, erkärte Salgert. Allein in der Saison 06/07 konnte Kaufmann stolze 643 000 € an Spenden und 411 000 € an Sponsorengeldern einwerben. Da er jedoch gleichzeitig die Aufwendungen um eine Million Euro überzog, blieb unterm Strich die Etatüberschreitung.

Und die Reaktion der Sponsoren? Mit Genugtuung schilderte Essens Kulturdezernent Oliver Scheytt, dass drei Geldgeber gestern zugesagt haben, 500 000 € jährlich weiterhin fließen zu lassen. Die im Philharmonie-Kuratorium zusammengeschlossenen Sponsoren warfen der TUP dagegen erneut Fehlbuchungen vor. Eine Institution, die „mit einiger Wahrscheinlichkeit kein sauberes Finanzgebaren hat“, könne zumindest sein Unternehmen – die Stahlfirma MAN Ferro-staal – nicht unterstützen, sagte Kuratoriumssprecher Daniel Reinhardt.

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