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Ex-Konzerthaus-Intendant Vogt ist Motor in Bayreuth

Interview

DORTMUND Seit über vier Jahren hat Ulrich Andreas Vogt, Gründungsintendant des Dortmunder Konzerthauses und 2005 von der Politik auf sehr unschöne Weise herausgeworfen, die Philharmonie an der Brückstraße nicht mehr betreten. Beim „Tristan“ mit Harding war er wieder da. Im Interview erzählte der 57-Jährige von seiner Tätigkeit auf dem Grünen Hügel von Bayreuth.

von Von Julia Gaß

, 11.11.2009
Ex-Konzerthaus-Intendant Vogt ist Motor in Bayreuth

Ulrich Andreas Vogt, Gründungsintendant des Dortmunder Konzerthauses.

: Ich habe in einige lächelnde Gesichter gesehen als ich die Treppe rauf gegangen bin. Aber ich hatte mir geschworen, dass ich nicht komme, so lange Gerhard Langemeyer Oberbürgermeister ist. Und das habe ich eingehalten.

: Ich bin 2007 ins Kuratorium der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gewählt worden und seit Mai 2009 stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der neu gegründeten „Servicegesellschaft der Freunde von Bayreuth GmbH“, die unter anderem für das Sponsoring der Festspiele zuständig ist. Seit September ist der Freundeskreis nicht mehr nur Mäzen, sondern Mitgesellschafter neben Bund, Land und Stadt. Außerdem hat mich Ministerpräsident Christian Wulff 2006 in den Aufsichtsrat des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover berufen. Dieser Vertrag ist gerade für weitere fünf Jahre verlängert worden.

: Ich bin viel in Essen und Duisburg ins Konzert und in die Oper gegangen. Und jetzt bin ich im Schnitt eine Woche im Monat in Bayreuth. Wir bereiten das Wagner-Jahr 2013 zum 200. Geburtstag vor. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth ist mit 5250 Mitgliedern aus 40 Ländern der einflussreichste Kultur-Förderverein der Welt.

: Es gibt viel zu renovieren, und wir wollen eine weitere Probebühne, Magazine und eine Mehrzweckhalle für Konzerte bauen. Mit den selben Akustikern, mit denen ich beim Konzerthaus-Bau zusammen gearbeitet habe. Und ich habe einen Festspielball ins Leben gerufen, den es 2010 zum ersten Mal gibt. Sie kennen mich ja, mir war ja auch in Dortmund ein Opernball wichtig. Außerdem werde ich mit den Bayreuther Festspielen auf eine Präsentationstour gehen. Wir stellen die Festspiele in London, Paris, Chicago, Buenos Aires und anderen Metropolen mit einigen Stars und unserem Konzept vor und werben für sie. – So ähnlich, wie ich vor Eröffnung des Konzerthauses durch die Nachbarstädte getourt bin und das Haus vorgestellt habe. Die Bayreuther Festspiele sind die Mutter aller Festspiele, aber Salzburg hat Bayreuth im Bereich Marketing inzwischen überholt. Das wollen wir ändern. Bayreuth ist ein Mythos, den haben nur wir.

: Wir arbeiten eng zusammen und bereiten auch eine große Ausstellung in Bayreuth zur Geschichte der Festspiele vor. Und wir haben einen Jugendclub der Festspiele neu eingerichtet der hat schon 260 Mitglieder. Wir planen damit bundesweit in vielen großen Städten Partys.

: Ich bin noch Geschäftsführer meiner Firma in Dortmund. Für Bayreuth habe ich kürzlich anderthalb Stunden mit Angela Merkel verhandelt. Das ist schon etwas anderes als die Gespräche mit Langemeyer früher.

: Ja. Benedikt Stampa hat eine eigene Handschrift und Erfolg. Wir hatten immer Kontakt. Er konnte nichts dafür, dass ich von der Politik so unwürdig aus dem Haus getrieben worden bin. Er braucht die Rückendeckung der Politik. Es wäre auch sehr schade, wenn das Konzerthaus nicht erfolgreich wäre. In dem Haus stecken neun Jahre meines Lebens, nicht nur die drei Jahre als Intendant, auch die sechs Jahre Planungs- und Bauphase.

: Vielleicht, dass die Dortmunder Philharmoniker dort nicht sehr präsent sind. In Sonderprojekten wie ,Wallats Ring‘ konnten sie früher glänzen.

: Ich glaube, das muss nicht sein.

: Auf jeden Fall am 26. März, wenn Anne-Sophie Mutter den Preis der Kulturstiftung bekommt. Ich bin ja auch stellvertretender Vorsitzender der Kulturstiftung.