Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Bergbau endet 2018

Fachleute fordern neue „Stiftung Industriekultur Ruhr“

BOCHUM/WITTEN/ESSEN. Wer bewahrt das industrielle Erbe des Ruhrgebietes nach dem Ende der Steinkohleförderung im Jahr 2018? Drei bekannte Kulturfachleute des Reviers fordern dazu das Engagement des Bundes. Ulrich Borsdorf, Dieter Nellen und Stefan Berger bringen eine neue "Stiftung Industriekultur Ruhr" ins Gespräch.

Fachleute fordern neue „Stiftung Industriekultur Ruhr“

Das Ruhr Museum - hier der Aufgang - gehört zu den Einrichtungen, die das Erbe des Reviers bewahren.

Das Trio ist nicht irgendwer: Ulrich Borsdorf war Gründungsdirektor und Leiter des Essener Ruhr Museums, Dieter Nellen  war bis 2014 Leiter der Abteilung Kultur beim Regionalverband Ruhr und Stefan Berger ist Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für soziale Bewegungen der Ruhr-Uni Bochum sowie Vorsitzender der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebietes. Gemeinsam haben sie in der der Zeitung "Politik und Kultur" des Kulturrates einen Artikel veröffentlicht, der die Bewahrung unsere industriellen Erbes eine "nationale Aufgabe" nennt. "Wir fordern ein stärkeres bundespolitisches Engagement", betont Nellen. Die Ruhr-Geschichte unterliege einer "weit verbreiteten Unterbewertung und geschichtspolitischen Ignoranz." Sie kritisieren, dass der Bund im Ruhrgebiet "launisch-zufällig" fördere, während sich zum Beispiel in Berlin die vom Bund finanzierte "Stiftung Preußischer Kulturbesitz" umfassend um das preußische Erbe kümmert.

Schon bestehende Einrichtung ertüchtigen

Eine ähnliche Funktion könnte eine noch zu gründende "Stiftung Industriekultur Ruhr" übernehmen. Es wäre aber auch denkbar, so Nellen, dass der Bund eine schon bestehende Einrichtung dazu finanziell ertüchtigt - etwa das Ruhr Museum in Essen, die Stiftung Industriedenkmalpflege in Dortmund oder die Bibliothek des Ruhrgebietes in Bochum.

Weg zum Welterbe ebnen

"Ein Engagement des Bundes würde eine sofortige Nobilitierung des Ruhrgebietes bedeuten", so Nellen - und damit wäre auch der Weg zum Welterbetitel frei. Das Trio weist auf das Jahr 2018 hin, in dem der Steinkohlebergbau endet. Nellen: "Jetzt ist der richtige Augenblick für eine Weichenstellung."

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Intendant Simons zieht Bilanz

Ruhrtriennale mit beachtlichen Zahlen zum Abschluss

BOCHUM „Aller guten Dinge sind drei – und das Beste ist Nummer drei“, zieht Johan Simons vor dem Schlusswochenende Bilanz. Und die Zahlen geben ihm recht. Rund 34 000 der 37 500 Tickets für die 135 Veranstaltungen wurden verkauft – 90 Prozent Auslastung sind der beste Wert der Triennale des Niederländers.mehr...

Dokumentation des WDR

"Der lange Abschied von der Kohle" feiert Kino-Premiere

ESSEN Wenn am Kino mit „Glückauf“ gegrüßt wird und Herren in Knappenkluft anwesend sind, wird es wohl einen Film über den Bergbau zu sehen geben. Ganz recht: Am Dienstagabend feierte in der Essener Lichtburg die Doku „Der lange Abschied von der Kohle“ Kino-Premiere, ein Film zur Geschichte des schwarzen Goldes im Revier.mehr...

Florian Fiedler

Oberhausener Intendant will "keine humorlosen Abende"

OBERHAUSEN Er ist 40 Jahre jung, und doch schon ein „alter Hase“ im Theatergeschäft: Nach Stationen in Hamburg, Basel und Hannover leitet Florian Fiedler ab dieser Saison das Theater Oberhausen. „Aufs Ruhrgebiet hatte ich sowieso Bock, schon lange“, sagt Fiedler in seiner flapsigen, burschikosen Art.mehr...

Museum unter Tage

Fünf Fotografen zeigen Umbrüche im Ruhrgebiet

BOCHUM Einen Schatz hat Rodolf Holtappel der „Situation Kunst“ nach seinem Tod 2013 mit 90 Jahren hinterlassen: 150 Ruhrgebiets-Fotografien hat die Witwe des Fotografen dem Bochumer Museum geschenkt. 110 davon sind nun in der Ausstellung „Umbrüche“ im Museum unter Tage in dem wunderschönen Kunst-Park in Bochum-Weitmar zusammen mit Fotos von Holtappels Kollegen zu sehen.mehr...

Von Regisseurin Caroline Link

Kinofilm über Hape Kerkeling wird im Ruhrgebiet gedreht

OBERHAUSEN Wir sehen einen blonden Wonneproppen, der Cindy & Bert singt, in Frauenkleider schlüpft und viel Spaß hat an Zarah Leander, Schlagern und Verkleidung. Der neunjährige Julius Weckauf spielt Hape Kerkeling im Film „Der Junge muss an die frische Luft“, der jetzt im Ruhrgebiet gedreht wird.mehr...

Ab 2018 im Kino

Film "Spielmacher" im Dortmunder Fußballmuseum gedreht

DORTMUND Es ist der Traum vieler Jungs, der in einen Albtraum kippen kann: Fußball-Profi und Kickergott wollen sie sein, landen aber leicht in den Fängen windiger Berater, die ihr eigenes Spiel abseits des Rasens aufziehen. In Dortmund wurden am Dienstag Szenen für den Kinofilm „Spielmacher“ gedreht.mehr...