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Uraufführung

Fassbinder trifft Fellini bei Henzes "Gisela"

GLADBECK. Die Maschinenhalle der Zeche Zweckel in Gladbeck sieht aus wie ein Bahnhof: Bahnsteige, ein Schild "Oberhausen", Schienen. Dort reist Hans Werner Henzes Gisela Samstag (25. 9.) ins Glück.

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Bahnsteig auf der Abreise ins Glück bei Gisela.

Auch Traumsequenzen gibt es in der Oper.

Gisela (Hanna Herfurtner) und ihr Freund Hanspeter Schluckebier (Michael Dahmen)

Hans Werner Henze (Mitte) mit Dirigent Steven Sloane (l.) und Librettist Michael Kerstan bei der Pressekonferenz zu "Gisela".

Die Frau zwischen zwei Männern auf dem Bahnsteig.

Gisela und ihr Italo-Liebhaber Gennaro (Faustro Reinhart).

Gestern führte die Ruhrtriennale den Komponisten auf die Aussichtsrampe des Bahnsteigs, wo das Publikum sitzt. Zerbrechlich wirkt Henze, alt ist er geworden. "Gisela ist ein Auftragswerk der Ruhrtriennale. Ist das richtig?", vergewissert sich der 84-Jährige. Vor vier Wochen habe er die letzte Note für die Uraufführung komponiert. Dirigent Steven Sloane hatte die letzten Noten erst seit zehn Tagen. "Keiner der Mitwirkenden ist älter als 30", erzählt er begeistert vom Enthusiasmus seines Ensembles."Der Chor übertrifft alles" Dann schwärmt Henze: "Gisela ist ein Pollicino für Jugendliche. Es ist eine Freude, zu hören, dass das Orchester perfekt trainiert ist. Und der Chor aus Dortmund übertrifft alles, was ich erwartet habe." Hanna Herfurtner ist die Gisela. "Titelpartie war bisher etwas, was mit mir nichts zu tun hatte", erzählt sie stolz. "Sie ist eine ideale Besetzung", sagt Henze.   Und auch: Musizieren habe mit Erzählen zu tun. Henze erzählt eine Liebesgeschichte. Von Gisela, der Kunststudentin aus Oberhausen, die mit ihrem Freund, dem Spießer Hanspeter Schluckebier (Michael Dahmen), auf Exkursion in Neapel ist.Der Vesuv bricht aus Gisela verliebt sich in den italienischen Vulkanologie-Studenten Gennaro (Fausto Reinhart), will ausbrechen, geht zurück nach Oberhausen. Das Glück hat eine Chance, wenn Gennaro die Schönheiten des Ruhrgebiets liebt. Schluckebier versucht die Beziehung zu zerstören. Die Oper endet mit dem Ausbruch des Vesuv. "Ich werde oft gefragt, ob das Werk autobiografische Züge hat", erklärt Henze, der in den 50er Jahren nach Italien auswanderte: "Es hat auch eine politische Komponente. Die Italiener lieben die Deutschen, aber respektieren sie nicht. Und umgekehrt." Italienische Malerei sieht man im Bühnenbild (Christof Hetzer), drei Traumsequenzen und Commedia dell'arte. "Ich inszeniere auch filmisch. Das ist eine Geschichte wie Fassbinder trifft Fellini", macht Regisseur Pierre Audi neugierig. Henze wird bei der Uraufführung mit dem KulturPreis Europa ausgezeichnet.Termine: 25., 28. und 30.9., 2., 3., 6. und 8.10., 19.30 Uhr (Einführung: 19 Uhr), Maschinenhalle Zeche Zweckel, Frentroper Straße, Gladbeck.Karten (15 bis 60 €): Tel. 07 00 20 02 34 56. .

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