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Konzerthaus Dortmund

Fazil Say machte seinen Klavierabend zum Ereignis

Dortmund Als Pianist ist Fazil Say ruhiger geworden. Mit Werken von Chopin, Satie und Beethoven begeisterte er am Donnerstag das Publikum im Konzerthaus Dortmund. Und als Komponist stellte er zwei neue Werke, die noch nicht in Dortmund erklungen sind.

Fazil Say machte seinen Klavierabend zum Ereignis

Der türkische Pianist und Komponist Fazil Say faszinierte das Publikum bei seinem Klavierabend im Konzerthaus Dortmund Foto: Marco Borggreve

Als der türkische Pianist Fazil Say bis 2010 Exklusivkünstler des Dortmunder Konzerthauses war, hat er polarisiert: Manche liebten seine spontane Art, Klavier zu spielen, anderen war das zu extrovertiert.

Mit 48 Jahren ist Fazil Say ruhiger geworden. Impulsiv und mit Gesten (manchmal auch mit Summen) begleitet sind seine Interpretationen immer noch, aber sie sind mit Kalkül gespielt. Donnerstag gab er einen bejubelten Klavierabend im Konzerthaus Dortmund.

Seelenlandschaften von Chopin

Sein ganzes Herz wirft Fazil Say in die Musik, wenn er Chopin spielt. So entspannt und ruhig, so zärtlich im Anschlag, hört man die Nocturnes selten. Das war so, als würden Schmetterlinge über die Tasten fliegen. Kontrastprogramm war Beethovens „Appassionata“, Leidenschaft pur, mit rhythmischem Drive gespielt.

Gut, nicht jeder Ton war so von Beethoven komponiert, aber dafür machte Fazil Say Dinge hörbar, die andere überspielen. Auch im rasend schnell gespielten Finale; das spielt noch nicht mal Rudolf Buchbinder so flott.

„Black Earth“ und eine Episode us dem Landhaus von Atatürk

Auch der zweite Konzertteil lebte von Gegenpolen – von Saties „Gnossiennes“, die Say seelenverwandt mit den Chopin-Nocturnes spielte, und von eigenen Werken. Seinen Klassiker „Black Earth“ von 1997 lieben die Zuhörer, auch die vielen Landsmänner des Türken, die zu dem Konzert gekommen waren.

„Yürüyen Kösk“ („Das verschobene Landhaus“) heißt sein 2017 komponiertes Klavierstück. Nicht übermäßig illustrativ hat Say darin eine Episode aus dem Leben von Atatürk vertont. Weniger orientalisch als „Black Earth“ klingt das effektvolle Werk, und es enthält Jazz- und Boogie-Elemente. Noch stärker ausgeprägt waren die in der zweiten Zugabe (nach zwei Sätzen aus Beethovens „Pathétique“): Says „Paganini-Jazz“.

Auf „Takt 1“ wurde das Konzertvideo live übertragen und ist hier jetzt noch abrufbar.

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