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Finale des Fantasy Filmfestes lehrt uns das Fürchten

DORTMUND Genrefilme waren zu jeder Zeit auch ein Spiegel ihrer Ära. Dies gilt besonders für diejenigen, die Grenzen überschreiten und die dunkelsten Seite einer Gesellschaft ins Licht der Kamera zerren. Insofern hatte das Fantasy Filmfest, dessen aktuelle Ausgabe am Mittwochabend (21.45 Uhr) im Cinestar Dortmund mit der Vorpremiere des koreanischen Thrillers "The Chaser" ("Der Jäger") endet, auch in diesem Jahr wieder etwas von einem Seismographen.

Finale des Fantasy Filmfestes lehrt uns das Fürchten

Ex-Polizist und Zuhälter Joong-ho ( Kim Yun-Seok) sucht einen Serienkiller.

Und was der aufgezeichnet hat, konnte einen wahrhaft das Fürchten lehren.

Nachdem schon mehrere seiner Frauen verschwunden sind, macht sich der Ex-Polizist und Zuhälter Joong-ho (Kim Yun-Seok) auf die Suche nach dem Serienkiller. Der ist auch bald gefunden. Doch als darum geht, sein letztes Opfer zu retten, unterlaufen Joong-ho fatale Fehler. Absurdität und Verzweiflung, Bosheit und Unvermögen vermischen sich in Na Hong-jins "The Chaser" zu einem pessimistischen Bild Südkoreas.

Aber so erschreckend das Bild, das Na Hong-jin von seinem Land zeichnet, auch sein mag, im Rahmen des Festivals ist es nicht die Ausnahme sondern die Regel. Wie sehr sich die Verhältnisse in den letzten zehn oder 15 Jahren zum Schlimmeren verändert haben, davon erzählt auch Brad Anderson in "Transsiberian". Ein amerikanisches Pärchen fährt mit dem Zug von China nach Moskau und trifft dabei auf Drogenschmuggler und korrupte Polizisten. Das Ende der Sowjetunion hat dieses riesige Reich in eine Hölle auf Erden verwandelt.

Kino mit Szenen von Folter und Qual Filme, in denen Menschen gequält und gefoltert werden, sind seit dem Erfolg der "Saw"- und der "Hostel"-Reihe aus den Kinos kaum noch wegzudenken. Auch das ist ein Zeichen unserer Zeit. Das Barbarische ist allgegenwärtig. An diesem Punkt setzt Simon Hynd mit "Senseless" an. Ein Geschäftsmann wird von Extremisten entführt, eingesperrt und misshandelt. Kameras übertragen sein Martyrium live ins Internet, wo jeder abstimmen kann, was noch alles geschehen soll. Die Gewalt hat bei Hynd eine Intensität wie nur selten im Kino. Sie macht "Senseless" nicht nur zu dem Film des Festivals, der am stärksten verstört. Sie zwingt den Betrachter auch, über seine Haltung zu Filmgewalt nachzudenken.

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