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Pixelprojekt in Gelsenkirchen

Fotos, die zu Tränen rühren

GELSENKIRCHEN Wer hier genau hinschaut und ein mitleidiges Herz hat, wird mit den Tränen kämpfen müssen. Kriegsversehrte Kinder im Friedensdorf Oberhausen, Obdachlose in der Dortmund Nordstadt, die Einsamkeit der Verkäufer auf dem Flohmarkt: Die Neuaufnahmen des "Pixelprojektes" zeigen Foto-Reportagen über Menschen, die im Leben schwer zu kämpfen haben.

Fotos, die zu Tränen rühren

Einer, der zuhört und hilft: Sprechstunde bei „Doc“ Martin Müller in der Dortmunder Nordstadt.

Das "Pixelprojekt", jenes vom Fotografen Peter Liedtke gegründete "Gedächtnis des Ruhrgebietes", umfasst inzwischen 8000 Lichtbilder. Dass es den Profis eine Ehre ist, hier aufgenommen zu werden, davon künden 70 Bewerbungen in diesem Jahr. Aber nur 18 Fotoserien haben es geschafft. Und die sind ab heute im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zu sehen.

Schlimme offene Wunden

So sozial engagiert waren die Aufnahmen selten. Andreas Hub hat 2013/14 "Doc" Martin Müller bei seiner ehrenamtlichen Arbeit für Obdachlose in der Dortmunder Nordstadt begleitet. Schlimme offene Wunden, verzweifelte Menschen und ein Arzt, der den Patienten ihre Würde lässt, ihnen zuhört, herzlich mit ihnen lacht.

Auch auf den Fotos, die Jakob Studnar für eine Zeitungsreportage im Friedensdorf Oberhausen gemacht hat, wird viel gelacht - und das, obwohl die Kinder teils schwerste Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen haben. So viel Tapferkeit! Poetisch sind die Bilder, die Daniel Kessen auf Flohmärkten gelungen sind. "Auf Decken breitet Armut ihre Waren aus. Hier wird feilgeboten, was vom Tisch der Überflussgesellschaft gefallen ist", schreibt er selbst dazu.

Architekturfotografie

Und die Architekturfotografie? Sie gehörte von Anfang an zu diesem Projekt wie die Butter zum Brot. Gerd Kittels Serie "Gesundheitshaus Dortmund" zeigt die Schönheit dieses (leider verlotterten) 1950er-Jahre-Prachtstücks. Günther Mowes "Architektur der Arbeit" pflegt den sachlichen Blick auf das industrielle Erbe wie einst die Eheleute Becher. Und auch ein Besuch im "Arnoland" lohnt sich: Rolf Arno Specht fotografiert die chemische Industrie in Marl als Welt ohne Menschen in eiskaltem Licht und mit Rauchfahnen, die wie weiße Wattebäusche aus den Schornsteinen quellen.

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