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Ruhrtriennale 2014

Französische Entdeckungsreise mit dem Chorwerk Ruhr

ESSEN Als Hitlers Truppen unter dem Triumphbogen hindurchmarschieren, zieht Francis Poulenc aufs Land, ins Loiretal. Er bekommt heimlich Texte zugesteckt. Die seines Lieblingsdichters Paul Éluard erkennt er auch ohne Unterschrift. Er vertont sie und schafft eines der bedeutendsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts: "Figure humaine" – menschliches Antlitz. Das Chorwerk Ruhr und sein Leiter Florian Helgath haben rund um die doppelchörige Kantate ein abendfüllendes Programm entworfen.

Französische Entdeckungsreise mit dem Chorwerk Ruhr

Für den Leiter des Chorwerks Ruhr, Florian Helgath, hat jeder Akkord seinen eigenen Duft.

Zu hören war es bei der Ruhrtriennale im ehemaligen Salzlager der Kokerei Zollverein in Essen. Der Chor präsentiert noch eine zweite Kantate Poulencs nach Texten von Éluard: „Un soir de neige“ (Ein verschneiter Abend) ist ein kleinteiligeres Schwesterwerk von 1944. In gut entschlüsselbaren Bildern wird die Situation des besetzten Frankreich als lähmende, trostlose Winterstarre geschildert. Poulenc schreibt in einer farbigen, impressionistisch beeinflussten Tonalität. „Jeder Akkord“, sagt Chorleiter Helgath, „hat seinen ganz eigenen Duft.“

Mit seinem jungen, präzise und flexibel intonierendem Ensemble gelingt eine beeindruckende Aufführung und spannende Entdeckungsreise durch die französische Musik des 20. Jahrhunderts. So dürfte auch der siebenteilige Liederzyklus „Le Cantique des Cantiques“ (Der Gesang der Gesänge) von Jean-Yves Daniel-Lesur den meisten Zuhörern wohl unbekannt gewesen sein. Tonsprachlich ist das zwölfstimmig komponierte Stück von 1952 gut aufgehoben zwischen Poulenc und Ravels Sonate für Violine und Cello, letztere mustergültig aufgeführt von Florian Donderer und Tanja Tetzlaff.    

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