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Französische Genreproduktionen beim Fantasy Filmfest

DORTMUND Seit Beginn dieses Jahrzehnts haben Genreproduktionen aus Frankreich immer wieder für Aufsehen gesorgt. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen, wie das 22. Fantasy Filmfests in Dortmund zeigt.

Französische Genreproduktionen beim Fantasy Filmfest

Julie hat Blut an ihren Händen - eine Szene aus "Martyrs".

Auf den ersten Blick könnte man "La Chambre des morts", Alfred Lots Verfilmung von Franck Thiliez' Roman "Die Kammer der toten Kinder", leicht als oberflächliche Variation auf "Das Schweigen der Lämmer" abtun. Die Anleihen an diesen Klassiker unter den Serienkillergeschichten sind mehr als deutlich. Doch alleine sein Schauplatz, die nordfranzösische Küstenregion zur Weihnachtszeit, verleiht Lots Regiedebüt eine eigene Atmosphäre. Außerdem hat er mit der jungen Polizistin Lucie, die bei der Suche nach einem entführten Mädchen und einem Serienkiller ständig mit Erinnerungen an ihre eigene Kindheit ringt, eine äußert faszinierende Heldin. Das Geheimnis, das sie umgibt, baut Lot geschickt zum emotionalen Gravitationszentrum des Films aus.

Archaische Regungen Wie Lot erzählt auch Pascal Laugiers "Martyrs" von einer jungen Frau, die in ihrer Kindheit unfassbaren Qualen erlebt hat. Gleich zu Beginn sieht man, wie die zehnjährige Julie aus einer verlassenen Industrieanlage flüchtet, in der sie Monate lang gequält wurde. 15 Jahre später steht sie dann mit einem Jagdgewehr bei einer sehr wohlhabenden vierköpfigen Familie vor der Tür. Was daraufhin passiert, gehört mit Sicherheit zu den grausigsten Szenarien, die ein Filmemacher in den letzten Jahren ersonnen hat. Aber anders als in den meisten amerikanischen Folterfilmen ist die Gewalt bei Laugier nie Selbstzweck. Er konfrontiert den Betrachter zunächst mit verdrängten archaischen Regungen und dann mit seiner Sehnsucht nach Antworten über das Wesen des Todes.

Wie vielseitig die französischsprachige Genreproduktion im Moment ist, kann man am Sonntag erleben. Mit Gérard Krawczyks Historien-Groteske "L'Auberge rouge", Claude-Michel Romes hartem Polizeifilm "Les Insoumis" und Mabrouk el Mechris innovativem Geiseldrama "JCVD" stehen gleich drei Filme auf dem Programm, die nicht unterschiedlicher sein könnten.

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