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Im Kino

Für "Rosie" ist der letzte Halt das Altersheim

Sie ist alt, gebrechlich, stur und eigensinnig, sie raucht und trinkt zu viel, manchmal ist sie unflätig, manchmal sarkastisch - eine Sympathie-Figur ist die Schweizerin Rosie (wunderbar gespielt von Sibylle Brunner) lange Zeit nicht. Bis ihr 40-jähriger Sohn Lorenz einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt, der Rosies Verhalten in Ansätzen erklärt und aus einem bisweilen beklemmenden Drama einen aufmunternden Gute-Laune-Film macht.

Für "Rosie" ist der letzte Halt das Altersheim

Die verwitwete Rosie (Sibylle Brunner) gleitet mit dem Alter in den Alkohol.

Bis dahin führt Marcel Gisler souverän durch eine Geschichte, wie sie die Generation von Lorenz allenthalben erlebt: Wie versorge ich meine altersschwache Mutter oder meinen greisen Vater, ohne mein eigenes Leben aufgeben zu müssen? Sturz, Schlaganfall und Herzinfarkt sind für Rosie die Unheilsboten, die ihr nur eine Option lassen: das Seniorenheim.

Zumal der homosexuelle Lorenz als Schriftsteller in Berlin lebt und sich genauso wenig um seine verwitwete Mutter im Kanton St. Gallen kümmern kann wie dessen Schwester, die gerade eine veritable Ehekrise durchmacht. Aber Rosie wehrt sich mit Kräften und gegen alle Vernunft.

Krisensituationen Mit großem Realitätssinn spielt die Regie verschiedene Situationen physischer und psychischer Krisensituationen durch und flechtet, zunächst ohne erkennbaren Grund, eine sich anbahnende Lovestory zwischen Lorenz und einem jungen Mann ein, der ab und zu Lorenz' Mutter zur Hand geht. Dass es gerade die Schwulen-Thematik ist, die zum Schlüssel für ein gemäßigtes Happy-End wird, ist ein besonders kluger Schachzug des Drehbuchs. Sehenswert!  

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