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Gelsenkirchener Museum hat nach Kunstraub neue Leitung

GELSENKIRCHEN Im Gelsenkirchener Museum herrschte reges Treiben, als am Freitag, wenige Minuten nach Öffnung der Ausstellungsräume, ein Dieb zuschlug.

Gelsenkirchener Museum hat nach Kunstraub neue Leitung

Leane Schäfer ist neue Leiterin des Gelsenkirchener Museums. Foto Museum

Kinder feierten den Abschluss der "Ferien im Museum", Künstler gingen ein und aus, um Arbeiten für die Ausstellung zum 40-jährigen Bestehen des Kunstvereins anzuliefern. Dem Dieb nutzte nicht nur die ungewöhnliche Hektik. Im Gelsenkirchener Museum sind Millionenwerte kaum gesichert und nicht einmal versichert. So musste der Täter nur mehrere Drähte durchtrennen, um drei kostbare expressionistische Arbeiten auf Papier (Noldes "Frauenbildnis", Kirchners farbige Kreidezeichnung "Kopf Dr. Pauli" und Muellers Farblithografie "Vier Akte auf einer Waldlichtung") von der Wand zu lösen.

Alarm nur nachts

"Das war ein Schock", kommentiert Gelsenkirchens Kulturdezernent Dr. Manfred Beck den ersten Kunstdiebstahl in diesem Haus. "Das hat Konsequenzen", kündigt er mit Oberbürgermeister Frank Baranowski an. Das gilt zunächst für das Sicherheitskonzept. Gesichert ist der Museumsbesitz nur durch eine Alarmanlage, die abends um 18 Uhr, wenn die Ausstellungsräume schließen, bis zur Öffnung um 11 Uhr eingeschaltet ist. Versichert ist die Sammlung nicht. 1968 entschied sich der Kulturausschuss, die Versicherung zu kündigen, um die Prämien einzusparen.

Dornröschen-Dasein

Besonders erbost hat den Dezernenten eine "extrem unglückliche" Äußerung aus der dreiköpfigen Museumsleitung. "Mit so etwa rechnet man doch nicht, wir sind doch hier in der Provinz", hatte Reinhard Hellrung gesagt. Auch sie hat Konsequenzen. Das Mitte der 90er Jahre etablierte Leitungsteam hat Beck zugunsten klarer Verhältnisse aufgelöst. Ausstellungsleiterin Leane Schäfer wird allein verantwortliche Museumsdirektorin. Reinhard Hellrung und Dr. Doris Edler werden ihre Stellvertreter. Das Haus fristet seit langem ein Dornröschen-Dasein. Nicht einmal die Stadt scheint zu wissen, welche Schätze dort schlummern. Von 1300 Exponaten ist die Rede. Tatsächlich sind es 3000. Um sie angemessen zu präsentieren, reicht der Platz längst nicht mehr aus. In der ständigen Sammlung sind Meisterwerke wie die Gemälde von Max Liebermann, Lovis Corinth und eine außergewöhnliche Expressionisten-Kollektion seit längerem nicht mehr komplett zu sehen.

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