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Kunstmuseum Bochum

Gregor Schneider führt durch die Röhre in skurrile Räume

BOCHUM Das Bochumer Kunstmuseum ist zu, der Eingang versperrt. Der Weg ins Haus führt an der Lieferanteneinfahrt eine Metalltreppe hinauf und hinein in eine dunkle Röhre. Es wird ein Gang hinein in die Installation "Kunstmuseum", hinein in die Welt von Gregor Schneider. Ein Gang, der niemanden unberührt lässt.

Gregor Schneider führt durch die Röhre in skurrile Räume

Gregor Schneider in seiner Arbeit "Kunstmuseum".

Gregor Schneider hat für seine Ausstellung, die er für die Ruhrtriennale entwickelt hat, das Museum verwandelt. So sehr, dass sogar dessen Direktor Hans Günter Golinski sich im eigenen Haus desorientiert fühlt. "Das hier ist nicht ,totlast'", betonte Schneider gestern.

Nach der Absage der Stadt Duisburg, hat er in nur fünf Wochen eine neue Arbeit geschaffen. Sie setzt sich mit dem Ort und der Funktion eines Museums auseinander. "Es ist ungewöhnlich, dass ein Museum so flexibel ist", lobte er das Bochumer Haus.

Kafkaeske Welt In die große Halle im Erdgeschoss hat Schneider kleine Räume eingebaut. Büro, Archiv, Technikraum - alles sieht so echt aus und ist doch nur eine Idee Schneiders. Immer wieder gibt es kleine Irritationen, fühlt man sich in eine kafkaeske Welt versetzt.

Kunstmuseum von Gregor Schneider

Gregor Schneider am Eingang seines Röhrensystems.
Gregor Schneider in einem der Räume, die er in das Museum eingebaut hat.
Gregor Schneider in seiner Arbeit "Kunstmuseum".
Gregor Schneider bei der Vorstellung seiner Arbeit "Kunstmuseum".
Durch diese Rohre gelangen die Besucher ins Kunstmuseum.
Das Medieninteresse an der Ausstellung von Gregor Schneider ist groß.
Gregor Schneider und Museumsdirektor Hans Günter Golinski bei der Vorstellung seiner Arbeit "Kunstmuseum".
Gregor Schneider bei der Vorstellung seiner Arbeit "Kunstmuseum".
Durch diese Rohre gelangen die Besucher ins Kunstmuseum.
Gregor Schneider am Anfang des Röhrensystems. Von hier geht es die kommenen Wochen hinein ins Kunstmuseum.
In der Röhre ist es dunkler, als es auf dieser Aufnahme erscheint.
Aus der dunklen Röhre gelangt man am Ende in helle Räume.
Ein Blick in einem der Räume, die Gregor Schneider ins Musuem gebaut hat.
Katzenbaum neben dem Archivschrank - immer wieder stutz der Besucher über solche Details.
Details wie dieser Katzenbaum lassen immer wieder stutzen.
Kleine surreale Details wie dieser Kaktus finden sich überall.
Gregor Schneider: "Kunstmuseum"
Wer in die Schränke schaut, stößt auf die Aktenordner des Museums mit zum Teil sehr internen Inhalten wie Abrechungen.
Gregor Schneider: "Kunstmuseum"
Surreal wirkt der neue Eingang ins Museum.
Künstliche Büroräume gehören auch mit zu der Ausstellung.
Die Räume wirken wie echt - sind aber eigens für die Ausstellung so aufgebaut.
Ein Blick ins "Kunstmuseum"
Ein Blick vom Inneren der Röhre zum Eingang.
Hier geht es hinein.
Gregor Schneider in seiner Arbeit "Kunstmuseum"

Erst aber muss jeder in die Röhre. Klaustrophobisch veranlagt darf man nicht sein. Man hat das fälschliche Gefühl, abwärts zu gehen, denkt beim vorsichtigen Vorwärtstasten an Stollen, Kanäle, Versorgungsschächte.

Einmal gerät man in eine Sackgasse, ist irritiert, findet endlich eine Tür, kommt in einen Raum mit Schlamm. Plötzlich ist da ein weißer, leerer Raum. Türen auch hier wieder, viele sind geschlossen, dann ist man im "Archiv".

Überwachung

Ein Berg Kataloge auf einer Palette, Karteikästen, Archivschränke, in denen Kunstwerke lagern könnten, Ordner mit alten Presseberichten, eine schmuddelige Küchenzeile, ein Katzenbaum - seltsam das alles. Und gar nicht vereinbar mit dem ästhetischen Erlebnis, das ein Museumsbesucher erwartet.

Auf einem Monitor sieht man die anderen Räume, andere Besucher. Wird man vielleicht selbst überwacht? Schnell weiter. Irgendwann steht man im Foyer. Und selbst, wer das Museum kennt, weiß nicht, wie genau er da jetzt hingekommen ist.

 

 

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