Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Museum Folkwang

"Hacking the city" stellt Systeme auf dem Kopf

ESSEN Ausgehend vom Museum Folkwang will "Hacking the city" den öffentlichen Raum zurückerobern. Das Ziel: Mithilfe von Kunst und Aktion ein kleines Stück Anarchie erobern.

"Hacking the city" stellt Systeme auf dem Kopf

Auf Signalfang im öffentlichen Raum: Ein Projekte der Mediengruppe Bitnik.

14 Künstler und Performance-Gruppen bilden den Kern dieses Teils der Ruhrkunstmuseen-Reihe der Ruhr.2010. Konsumzwang, Überwachung und technische Systeme den öffentlichen Raum bestimmen, drehen sie den Spieß um. Ihre Arbeiten sind Reaktionen. "Auf den alltäglichen Wahnsinn unserer Kommunikationskultur, in dem wir unser Innerstes nach außen kehren", sagt Kuratorin Dr. Sabine Maria Schmidt. Das "hacken", diesen der Computersprache entwachsenen Begriff, erklärt diese experimentelle Ausstellung zur Kulturtechnik, zum "cultural hacking". Der Effekt einer Technik wird durch Manipulation in sein Gegenteil verkehrt - was bei Computern geht, geht auch in der Kunst. Und zwar auf viele unterschiedliche kreative Wege. "Jede Arbeit setzt einen eigenen Diskurs, stellt Dinge auf den Kopf", sagt Schmidt.

Häufiges Motiv ist das Unsichtbare, das Verschwinden als Einzelperson in der Masse. So wie "McGhillie". Die Kunstfigur der Züricher Gruppe "Knowbotic Research" bietet Anonymität für einen Tag. Allerdings in einem Kostüm, das aussieht wie ein nasser Hund. Der Titel "Entschwinden Sie" heißt zugleich: Fallen Sie auf! Das "hacking" ist immer auch ein Angriff auf Systeme. Die "Mediengruppe Bitnik" ging mit Workshop-Teilnehmern auf Bilderjagd in Essen. Drei Tage lang zapften sie zufällige Signale von Überwachungskameras ab - aus Juwelierläden, Schwimmbädern, Altenheimen. Um sie dann wieder zurückzuspielen - mit der Aufforderung zum Schachspiel.

Das wirft Fragen auf: Wer sieht diese Bilder eigentlich? Warum werden sie gemacht? Und: Wer ist hier eigentlich der Störenfried? "Hacking the City" will mit Skulpturaktionen, Performances, Medienkunst oder Guerilla-Gartenkunst zu kritischem Denken anregen. Bis zum 26.9. gibt es noch etwas Anarchie in Essen. Im kommenden Jahr erscheint ein Reader zur Ausstellung, dazu ist ein Symposium geplant.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Buchkritik

Fredrika Gers: „Mord am Toten Mann“

„Mord am Toten Mann“ so heißt Fredrika Gers’ Alpen-Krimi und auch ein Berg. Dort wurde ein Ornithologe erschlagen – und damit gibt es einen neuen Fall für ihren Hauptwachmeister Holzhammer in Berchtesgaden. Aber noch weitere Einbrüche gilt es, aufzuklären. mehr...

Festival vom 1. Mai bis 17. Juni

Ruhrfestspiele suchen nach Heimat und Kohle

Recklinghausen „Heimat“ ist Thema der 72. Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 17. Juni in Recklinghausen und Marl. Aber durch das Wort Heimat auf dem Programmbuch geht ein Riss.mehr...

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Wütende Mutter mischt Kleinstadt auf

Dortmund „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat vier Golden Globes gewonnen und ist für sieben Oscars nominiert. Und das zu recht. Die Geschichte ist packend und erschreckend zugleich.mehr...

Oscars 2018

Keine Nominierung für „Aus dem Nichts“

Los Angeles Der Filmpreis ist 34 Zentimeter groß, mit einer dünnen Goldschicht veredelt und jeder will ihn haben So hoffte auch der Regisseur Fatih Akin auf eine Auszeichnung, geht aber leer aus. Beste Chancen hat der Film „The Shape of Water“, der mit 13 Nominierungen als Favorit gilt. mehr...