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Hannelore Hoger ausgezeichnet

Preis in Bochum

Es ist Jahrzehnte her. Doch die Erinnerung bei Hannelore Hoger ist ganz wach: "Die Bochumer Theaterzeit war die schönste, aufregendste, die ich am Theater mitgemacht habe." Am Freitag (21. November) erhielt Hannelore Hoger den mit 3000 Euro dotierten Bernhard-Minetti-Preis.

BOCHUM

, 23.11.2014
Hannelore Hoger ausgezeichnet

Die Preisträgerinnen (v.l.) Jana Schulz, Friederike Becht und Hannelore Hoger im Schauspielhaus Bochum.

"Ich bin sehr gerührt", sagt die Mimin, die von 1972 bis 1977 am Schauspielhaus Bochum spielte, nach der Preisverleihung durch die Mittelstandsvereinigung Kemnader Kreis. Viele Preise hat sie schon bekommen: "Aber das ist der Erste für meine Theaterarbeit."Stimme der Schauspielerin Filmausschnitte zeigen sie als Lämmchen in "Kleiner Mann was nun?" (1972) und als Meg in "Die Geisel" (1977). "Wer ist das denn?", hören die Zuschauer laut die Stimme der Schauspielerin aus der ersten Reihe. Für die Bochumer ist das keine Frage.

Klar, alle kennen sie als Fernseh-Kommissarin Bella Block. Aber hier an der Königsallee erinnern sich viele gut an die legendäre Zadek-Zeit und die junge Hoger, die das Lämmchen genauso spielte wie König Lears Narren. „Wir waren ein unglaublicher kreativer, wilder Haufen“, erzählt Hannelore Hoger, „wir haben die Stadt ziemlich aufgemischt.“ Wer ihren sprunghaften Erinnerungen lauscht, wünscht sich, er wäre dabei gewesen.

Das Bochumer Publikum liebt seine Schauspieler. Das gilt auch für die beiden Träger des mit 3000 Euro dotierten Bochumer Theaterpreises, der durch den Freundeskreis des Schauspielhauses ebenfalls an diesem Abend verliehen wurde.

Jana Schulz zeigt bei ihrem Dank die verletzliche Seele hinter burschikosem Äußeren: „Das ist es, was ich immer wollte. Wenn ich Sie berühren kann.“ Regisseur Roger Vontobel, der seit 2001 mit Jana Schulz arbeitet, spricht in seiner Laudatio, von Vollgastheater, körperlich wie seelisch, von feiner Forschungsarbeit in Sachen Menschen, von Zartheit und Kampf. Wer sie als Hedda Gabler oder Kriemhild gesehen hat, versteht das gut.

Rückkehr für Lesung

Der Nachwuchs-Preis geht an Friederike Becht. Die 28-Jährige ist genauso auf der Bühne wie vor der Filmkamera zu Hause. Auf die Desdemona folgt die nächste Hauptrolle in "Kabale und Liebe".

Theaterspielen: Hannelore Hoger will das nicht mehr. Aber für eine Lesung, so erzählt sie später am Abend, da käme sie gerne. Die Bochumer würden sich freuen.