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Im Kino

Hape Kerkelings Bestseller wandert auf der Leinwand

Zwischen all den Weihnachts-Blockbustern gibt es einen Film, der mit SciFi und Fantasy nichts am Hut hat. Ein Mann auf dem Jakobsweg, Devid Striesow spielt Hape Kerkeling in der Verfilmung des Bestsellers "Ich bin dann mal weg", die am 24. Dezember startet.

Hape Kerkelings Bestseller wandert auf der Leinwand

Devid Striesow spielt den Hape Kerkeling, der auf dem Jakobsweg Stella (Martina Gedeck) kennenlernt.

Das Projekt zog sich hin, weil Kerkelings frühere Produktionspartner meinten, er solle sich selbst spielen. Er lehnte ab: "Ich war 36, als ich zum Pilger wurde. Heute bin ich 51 und zu alt für die Rolle." Ein Darsteller musste her.

Devid Striesow ist eine gute Wahl. Er ist ein begnadeter Schauspieler und hat das richtige, pardon, Dutzendgesicht. Wie Kerkeling, dem man sagte, man könne ihn zu allem schminken, ob Frau, Oma oder Lausebengel. Striesow ist ein Sympatikus, das ist wichtig. Das Publikum muss ihn mögen, wie es Kerkeling gern hat, der mit seiner Art ein Lieblingsmensch der Nation wurde. Frech, nicht böse, lustig, aber nicht zu schräg. Der Konsens-Schelm schlechthin.

Schelmisch und herzig

Schelmisch, ironisch, herzig ist auch der Ton des Films. Aus dem Off kommentiert der Ich-Erzähler, was ihm auf dem Jakobsweg durch den Kopf geht. Zu Beginn sehen wir Striesow in einer grotesken Fettmaske: Ein mopsiger Komiker steht auf der Bühne, die Leute feiern ihn. "Du siehst beschissen aus", meint die Managerin (Annette Frier). Hechelnd rafft sich der Mann zu einer Zugabe auf. Dann bricht er zusammen.

"Schonen Sie sich", rät der Doktor. Kerkeling aber nimmt den Zug, kauft Wanderstock und Karte und mustert das Völkchen um sich herum: "Bin ich ein Spinner in einer Klerikal-Komödie? Hier sind Menschen, die nach Antworten suchen. Ich suche noch nach der Frage."

Etwas private Spiritualität

Das Wandern ist des Hapes Frust. Die Füße schmerzen, es regnet, die Herbergen sind lausig. Dann lieber ins Hotel. Man kann auch mit dem Bus fahren. Kerkeling wird bekannt mit einer Kratzbürste (Karoline Schuch) und mit Stella (Martina Gedeck), die nicht zum ersten Mal pilgert. Die Drei werden Freunde.

Die Musik ist folkig burlesk, die Laune steigt, die Kilometer schwinden. "Schrott im Kopf" verfolgt Kerkeling, Episoden aus der Jugend, die Regisseurin Julia von Heinz in Rückblenden bebildert: Der Selbstmord der Mutter, die fürsorgliche Oma (Katharina Thalbach). Der Rest ist locker, flockig, heiter, mit einer Prise privater Spiritualität. "In mir hat ein Gong geläutet, der lange nachhallt." Leichte Muse, unterhaltsam, schön gespielt.

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