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Henze-Uraufführung: Mit "Gisela" ins Jugendcamp

Steven Sloane in Interview

GLADBECK Die Uraufführung von Hans Werner Henzes Oper "Gisela" im Rahmen der RuhrTriennale ist der Höhepunkt des Henze-Projekts der Kulturhauptstadt. Julia Gaß sprach mit Steven Sloane, Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Musikchef der Ruhr.2010.

von Von Julia Gaß

, 23.08.2010
Henze-Uraufführung: Mit "Gisela" ins Jugendcamp

Dirigent Steven Sloane (l.) mit "Gisela"-Komponist Hans Werner Henze.

Er dirigiert die Uraufführung  der Auftragskomposition der Ruhr.2010 und der Sächsischen Staatsoper Dresden am 25. September in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck.

Nein, nur Dreiviertel. Der Rest kommt in den nächsten Tagen. Henze hat seine Arbeit aber schon beendet.

Ja, schon, aber er schreibt hier für junge Leute, die die Oper auch aufführen sollen. Deshalb erinnert mich Gisela ein bisschen an Henzes Kinderoper Pollicino. Henze hat bei "Gisela" daran gedacht, für wen er schreibt. Aber die Orchestrierung ist sehr herausfordernd für alle Musiker. Es sind auch ein Heckelphon und Wagner-Tuben besetzt. Aber wir hatten keinen Musiker, der Heckelphon spielen kann. Wir haben Henze gefragt, ob er das umschreiben kann, das hat er absolut abgelehnt. Er hat mir gesagt, gerade diese Instrumente müssen die jungen Leute lernen. Wir haben jetzt welche gefunden, die extra Heckelphon lernen für die Aufführungen.

Es ist genau dazwischen.

Für mich ist es nur ein Genuss. Ich sehe keine Probleme, und einige der jungen Musiker sind schon auf dem Weg zum Profi. Wir haben den hervorragenden Jugendkammerchor der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund und ein Ensemble, das hervorragend gut spielen wird. Die Motivation und Begeisterung ist bei allen sehr groß.

Es ist ein kleines Orchester mit rund 40 Musikern. Henzes Musik ist sehr anspruchsvoll - auch für den Chor.

Ich habe viel mit ihm und dem Regisseur gesprochen. Henze will bei vielen Proben dabei sein. Es wird keine getrennten musikalischen und szenischen Proben geben. Meine Idee ist, die Orchestermusiker auch zu szenischen Proben einzuladen. Dadurch wächst alles mehr zusammen. Auch der Chor soll dabei sein. Er singt nur a cappella-Madrigale, aber er soll viel anwesend sein bei den Proben.

Ja, dort wird ein kleiner Campus für uns aufgebaut. Die jungen Menschen sind dann weit weg von jedem äußeren Einfluss und können in Ruhe proben.

Es geht um eine Klassenfahrt von Oberhausen nach Napoli. Ich habe Henze gefragt, ob das ein Spiegel seines Lebens sein könnte. Er hat nein gesagt. Aber vielleicht ist es ihm unbewusst. Es geht um unser Ruhrgebiet, daran gibt es im Text auch kleine Referenzen.

Im Moment nicht, aber ich will das nicht ausschließen. Aber für diese Oper ist ein Afterlife geplant. Andere wollen sie übernehmen.

Termine: 25., 28., 30.9., 2., 3., 6., 8.10., jeweils 19.30 Uhr, Zeche Zweckel Gladbeck. Aufführungsdauer: zwei Stunden inklusive Pause. Karten: (15-60 €): Tel. 07 00 20 02 34 56. Am 20.11. feiert „Gisela“ in der Semperoper Dresden Premiere.