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Buchkritik

Hera Lind: „Hinter den Türen“

Hera Lind erzählt in ihrem neuen Tatsachenroman „Hinter den Türen“ von Pflegekindern.

Hera Lind: „Hinter den Türen“

Die Protagonistin in Hera Linds neuem Tatsachenroman „Hinter den Türen“ hat eine Bilderbuch-Familie. Mit ihrem gut aussehenden Ehemann und zwei mustergültig erzogenen Kindern, neun und elf Jahre alt, wohnt sie samt niedlichem Hund im Butterblumenweg.

Eine perfekte Idylle. Aber dann liest Heldin Juliane Bressin in der Zeitung, dass drei Kinder mit thailändischen Wurzeln eine Pflegefamilie suchen.

Erinnert an „Kuckucksnest“

Juliane kämpft für diese Kinder. Diese Querelen in der Geschichte mit dem Jugendamt und einer Stiftungsvorsitzenden erinnern an den früheren Tatsachenroman der Autorin, „Kuckucksnest“.

Als endlich die verwahrlosten und schwer traumatisierten Kinder, sechs, zehn und zwölf Jahre alt, in die heile Bullerbü-Welt der Familie einziehen, bricht Chaos über die Bressins herein. Juliane setzt Gesundheit und Leben ihrer leiblichen Kinder aufs Spiel und bringt ihre Ehe in Gefahr.

Malia ist eine tickende Zeitbombe

Denn Malie, das älteste Mädchen der drei Pflegekinder, ist eine tickende Zeitbombe – eine Gefahr für alle Menschen in ihrer Nähe. Unterstützung findet Juliane nur in einer jungen Pfarrerin.

Hera Lind erzählt diese erschütternde Geschichte von einer starken, mutigen, sehr sozial eingestellten Frau einfühlsam und mit dem von ihr gewohnten Witz. Zugleich berührt die Geschichte, in der alles zu scheitern droht. Eine Liebesromanze hat die Autorin auch eingebaut.

Romantisches Ende

Das Ende ist etwas zu romantisch. Es hat Tragik, aber einen Schuss zu viel heile Welt. Das Ende war in der Geschichte, die für den Roman die Vorlage war, etwas anders, wie man dem Nachwort der Protagonistin entnehmen kann. Trotzdem berührend.

Hera Lind: Hinter den Türen, 448 S., Diana, 20 Euro, ISBN 978-3-4532-9187-4.

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