Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Verdis Requiem

Hessisches Sinfonieorchester spendet Balsam für die Ohren

Dortmund. Je mehr Musiker und Sänger, desto besser. Orchester und Chöre, die das Requiem von Verdi aufführen, schreien den Schmerz und die Trauer in dieser Totenmesse gerne heraus. Andrés Orozco-Estrada wählte am Sonntag im Konzerthaus Dortmund einen anderen Weg.

Hessisches Sinfonieorchester spendet Balsam für die Ohren

Sopranistin Violeta Urmana und Andrés Orozco-Estrada rührten das Publikum im Konzerthaus Dortmund.Foto Spinn

Nämlich den des Trostes. Und der klang oft berührend leise und wehte zu Beginn wie aus dem Nichts auf die Bühne. Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, dessen Chef der 39-jährige Kolumbianer ist, führte er mit nur 75 Musikern nach Dortmund; der Chor des MDR war gerade einmal 64 Stimmen stark.

Vermittelt sich da der monumentale Eindruck des 1874 in Riesenbesetzung uraufgeführten Werks? Und wie: Der glänzend disponierte Chor flüsterte, raunte und schrie – im Sanctus sogar doppelchörig.

„Dies irae“ fegte das Publikum emotional von den Sitzen

Das „Dies irae“ (mit Blechbläsern, die von zwei Seiten durch die geöffneten Saaltüren auf dem Rang bliesen) fegte das Publikum emotional von den Sitzen. Und innigere Momente wie die Sopran-Mezzo-Duette mit Erika Grimaldi und Violeta Urmana kann man sich als Zuhörer gar nicht wünschen.

Das war Balsam für die Ohren und traumschön. Einen vortrefflichen Verdi-Bass hatte die Aufführung mit Kihwan Sim und einen Tenor (Saimir Pirgu), der seine Stimme schlank und trotzdem kraftvoll führen kann.

Andrés Orozco-Estrada ist ein eleganter Dirigent

Andrés Orozco-Estrada ist ein eleganter Dirigent, der die Totenmesse nicht durchweg dramatisch klingen ließ, sondern effektvolle Höhepunkte in eine stringente, nicht zu überhitzte Anlage einpasste. Keimzelle seiner Interpretation war das „Libera me“, das Verdi sechs Jahre zuvor zum Tod von Rossini komponiert hatte – eine berührende, auch harmonisch weit entrückte Bitte um Erlösung. Beeindruckend.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Konzerthaus Dortmund

„Danke für 13 tolle Jahre“

Dortmund Emotionale Momente hatte das Abschiedskonzert für Benedikt Stampa. Und Dortmunds Oberbürgermeister adelte den Intendanten des Konzerthauses.mehr...

Buchkritik

Halldis Engelhardt: „Sieh dich nicht um!“

Eine junge Norwegerin verliebt sich in einen jungen Deutschen – in den 40er-Jahren, der Zeit der deutschen Besatzung im hohen Norden. So beginnt die Liebesgeschichte von Halldis Engelhardts Eltern, die sie in „Sieh dich nicht um!“ einfühlsam und spannend beschreibt.mehr...