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Musiktheater im Revier

Hoffmanns verzweifelte Liebesabenteuer

GELSENKIRCHEN Jacques Offenbach konnte sein Meisterwerk, die fantastische Oper "Hoffmanns Erzählungen" nicht vollenden: Er starb, ohne sie ganz instrumentiert zu haben, aber gerade diesem Unvollendetsein verdankt das Werk seine Faszination bis in die heutige Zeit, ja es scheint gerade damit auf geheimnisvolle Weise dem skurrilen Erzählstil des Dichters E.T.A. Hoffmann zu entsprechen.

Hoffmanns verzweifelte Liebesabenteuer

Der Tenor Joachim Backström in der Rolle des Dichters Hoffmann in Lutters Weinkeller

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Im Musiktheater im Revier hat der niederländische Regisseur Michiel Dijkema eine frappierende Lösung gefunden, die fünf scheinbar auseinanderklaffenden Akte in einem einzigen Bühnenbild zusammenzuballen. Das ganze Welttheater findet in einer Studentenkneipe, in Lutters Weinkeller, statt, der nur aus Tischen und Stühlen besteht, auf denen Kumpane sitzen, die dem trunkenen Dichter Hoffmann seine verzweifelten Liebesabenteuer entlocken und sie dabei in der Kneipe zugleich erleben: den Reinfall auf die mechanische Puppe Olympia, das Werben um die todkranke Giulietta, seinen Streit mit der Kurtisane Antonia, schließlich das Wiederfinden seiner Muse Stella, die ihn zur Dichtkunst zurückführt.

Man erlebt im Tumult der großen Besetzung ein Gesangsquintett erster Güte - als Gäste den schwedischen Tenor Joachim Backström, die Sopranistinnen Dongmin Lee aus Asien, Solen Mainguene aus Frankreich sowie die besonders bewährten Ensemblestimmen von Petra Schmidt und Almuth Herbst. Der Beifall wollte schließlich kein Ende nehmen.

Mitreißend, souverän die musikalische Leitung. Sie hat, leider nun zum letzten Mal, der finnische Dirigent Valtteri Rauhalammi. Er wird zum Ende der Spielzeit Gelsenkirchen verlassen und nach Hannover gehen, und das ist ein Verlust.

 

 

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