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Ausstellung in Münster

Hommage an Lichtkünstler Otto Piene

MÜNSTER. Es verhält sich ein wenig so wie bei der Rückkehr eines alten Bekannten. Denn Otto Piene ist mit dem Westfälischen Landesmuseum in Münster künstlerisch verbunden wie kaum ein anderer Künstler. Seine "Silberne Frequenz" sendet ihre Lichtspiele seit 1970 über die Museumsfassade. Schade, dass Otto Piene, der im Sommer 2014 gestorben ist, die große Retrospektive in Münster nicht mehr miterlebt. Aber er hat sie vorbereitet.

Hommage an Lichtkünstler Otto Piene

Otto Piene fasziniert mit seiner Lichtkunst die Besucher des LWL-Museums in Münster auch in Lichträumen.

70 Werke hat das Westfälische Landesmuseum auf rund 1000 Quadratmetern im Neubau zusammengestellt. Für den Besucher ergeben sich sinnliche Lichtwelten, die zum Staunen einladen.

War es die physikalische Qualität des Lichts, die den jungen Zero-Künstler Otto Piene (Foto) begeisterte, waren es metaphysische, gar religiöse Motive? Vermutlich waren es die dunklen Bombennächte in Ostwestfalen, die dem aus Laasphe stammenden und in Lübbecke aufgewachsenen Piene das Licht als Befreiung und Entgrenzung entdecken ließ. So jedenfalls deuten Experten die Hinwendung des Künstlers zum Licht.

Nicht nur rotierende Lichtkugeln

Wer nun mit Piene einzig und allein rotierende Lichtkugeln und Projektionen verbindet, greift, wie die Ausstellung in sechs Räumen eindrucksvoll zeigt, zu kurz.

Denn zunächst ist Piene ein Maler. Arbeiten wie "Kleiner Durchblick" oder "Lichteinfall", in den 1950er-Jahren in Mischtechnik auf die Leinwand gebannt, verraten die Suche des Künstlers nach raffinierten Farben und Kontrasten und erinnern an Marc oder Macke.

Zugleich aber kommen Werke in den Blick, die mit ihrem Titel "Frequenz" schon auf die später realisierte "Silberne Frequenz" am Landesmuseum hindeuten. Mit Hilfe gelöcherter Rückwände von Radioapparaten bringt Piene Strukturen auf Leinwand oder Ton. Es entstehen Bilder aus vorgewölbten Punkten, die unterschiedliche Schattenstrukturen hervorrufen.

Sternenhimmel

Während solche Bilder das Licht aufnehmen und verwandeln, sind die perforierten Lichtkugeln oder Lichtquader selber Spender des Lichts. Im "Lichtraum" der Ausstellung wähnt sich der Besucher zunächst unter einem Sternenhimmel. Zugleich nimmt er die Lichtprojektionen der hier stehenden Objekte wahr und verfolgt atemlos die sich stets wandelnden Spuren des auf die Wände projizierten Lichts.

Es verwundert nicht, dass Piene angesichts seiner Licht-Begeisterung auch eine Schwäche für Regenbögen und für die Sonne hatte. Eines der schönsten gemalten Kunstwerke aus Öl, Feuer und Rauch auf Leinwand (1986) trägt folgerichtig den Titel "High Noon" und zeigt eine majestätische, glutrote Sonne auf knallig gelbem Hintergrund. Ein Symbol purer Freude am Licht.

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