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Goldener Aufzugsturm

Ikonenmuseum Recklinghausen öffnet nach Umbau

RECKLINGHAUSEN Ein goldener Aufzugsturm? Ist das nicht kitschig? Vor dem Recklinghäuser Ikonenmuseum, das am Samstag (23.6.) nach seinem Umbau neu eröffnet, verfliegen solche Bedenken im Nu. So elegant ist der Turm und so überzeugend die Harmonie, die sich zwischen dem glänzenden Turm (draußen) und den golden schimmernden Ikonen (drinnen) entfaltet.

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Der goldene Turm ist die neue Attraktion des Ikonenmuseums in Recklinghausen.

Das Treppenhaus hat raue Betonwände.

Viel zu wenig Menschen wissen, dass dieses Museum die bedeutendste Sammlung ostkirchlicher Kunst außerhalb der orthodoxen Länder beherbergt. Einen Schatz von 3000 Ikonen hütet die Kustodin Eva Haustein-Bartsch. Die 300 kostbarsten Kultbilder kann sie nach den eineinhalbjährigen Bauarbeiten ab jetzt wieder zeigen. "Der Umbau war bitter nötig", sagt Ferdinand Ullrich, Leiter der Städtischen Museen in Recklinghausen. Für 755 000 Euro hat das Baudenkmal aus dem Jahr 1795 einen behindertengerechten Zugang, einen Aufzug und ein schickes Treppenhaus erhalten.Zwei neue Räume Durch den Wegfall der alten Treppe entstanden zwei neue schmale Räume, die jetzt endlich Wechselausstellungen möglich machen. Die Mittel für den Umbau stammen aus dem Konjunkturpaket, so dass der Bund mit 700 000 Euro den Löwenanteil und die Stadt den Rest der Kosten übernahm. Das Dorstener Architektenbüro Kurscheid und Partner hat die spektakuläre Außenansicht entworfen - sozusagen als Echo auf die Ikonen mit Goldgrund. "Die Fassade besteht eigentlich aus einer Kupferlegierung mit Messinganteil", erklärt Architekt Detlef Wiegand.Scharoun-Philharmonie ist Vorbild Berühmtes Vorbild ist die ebenfalls goldfarbene Philharmonie Berlin, die Hans Scharoun 1960 erbaute. Im Inneren des Ikonenmuseums gestaltete das Büro das Treppenhaus mit rauen Beton-Wänden, das sich - in wirtschaftlich besseren Zeiten - leicht zu einem angedachten Erweiterungsbau hin öffnen lässt. Eva Haustein-Bartsch hat einige Wände in kräftigen Farben gestalten lassen. Besonders schön schimmert die große Ikone "Christus Pantokrator" (=Allherrscher) von 1653 vor blauem Grund."Gold und Blei" Die erste Sonderschau "Gold und Blei. Byzantinische Kostbarkeiten aus dem Münsterland" haben Michael Grünbart, Professor für Byzantinistik an der Uni Münster, und zehn Studenten erarbeitet. Sie gibt interessante Einblicke in den Alltag des frühen Mittelalters. Wer hätte gedacht, dass schon im 12. Jahrhundert wegen der Inflation Münzen aus Blei geprägt werden mussten, die dann die Goldmünzen ablösten?

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