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Im Apothekenmuseum gibt es Katzenfell gegen Rheuma

Serie Mini-Museen

Katzenfelle zur Heilung gegen Rheuma, das Auge eines Bären gegen Kinderalbträume, Animalia zur Beruhigung hysterischer Frauen. All das findet der Besucher in dem Dortmunder Apotheken-Museum und kann die Historie des Apothekerberufs an wertvollen Ausstellungsstücken beobachten.

DORTMUND

von Von Michelle Loga

, 04.09.2013
Im Apothekenmuseum gibt es Katzenfell gegen Rheuma

Das Prunkstück des Apotheken-Museums ist der Verkaufsraum von 1880 aus der Löwen-Apotheke in Remscheid. Er steht unter Denkmalschutz.

In den Tiefkellern der Adler-Apotheke - acht Meter unter der Erde - findet man seit dem Jahr 2000 auf 130 Quadratmetern eine nachgebaute historische Apotheke, die als Museum genutzt wird. Unter anderem beherbergt das Museum eine Bibliothek, ein Labor, einen Verkaufsraum und eine große Drogensammlung.

Das Ziel des Besitzers der Adler-Apotheke Ulrich Ausbüttel ist es, dem Besucher die Verbindung zwischen traditioneller Pharmazie und der modernen Apotheke zu verdeutlichen: "Die Leute wollen moderne Pharmazie, wir bieten noch dazu die Historie". Und so können sich die Besucher nach der Ausstellung auch die moderne Herstellung von Medikamenten und Salben im Verkaufsraum ansehen.

Wertvolle Exponate

Die über 6000 Exponate stammen größtenteils aus dem Besitz der Familie Ausbüttel sowie dem historischem Inventar der Adler-Apotheke selbst. Im eindruckvollsten Raum des Museums beginnt die Ausstellung: im Verkaufsraum (Offizin) aus dem Jahr 1880. In den Regalen und Schubladen findet man über 300 Arzneimittel, manche schon älter als 200 Jahre.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Apothekenmuseum Dortmund

Das Apotheken-Museum erzählt auf 130 Quadratmetern die Geschichte der Pharmazie. Über 6000 Exponate befinden sich in den Tiefkellern der Adler-Apotheke in Dortmund.
30.08.2013
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Die Mörsersammlung des Museums umfasst über 200 Exemplare aus fremden Ländern und verschiedenen Jahrzehnten.© Foto: Loga
Das Prunkstück des Apotheken-Museums ist der Verkaufsraum von 1880 aus der Löwen-Apotheke in Remscheid. Er steht unter Denkmalschutz.© Foto: Loga
Der Zimtbär darf bestaunt und auch angefasst werden. Früher legte man Kindern eine Kette mit dem Auge des Bären an, um Albträume abzuhalten.© Foto: Loga
In sogenannten Reiseapotheken waren kleine Mörser, eine Handwaage, verschiedene Tinkturen und Pülverchen vorhanden, um auf Reisen eine ärztliche Versorgung zu sichern.© Foto: Loga
Auch mit einer Haus-Apotheke konnten sich die Menschen früher ihre Medikamente selbst zusammenstellen.© Foto: Loga
Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Tiefenkeller der Adler-Apotheke auch als Luftschutzraum genutzt. Hier konnten sich Verletzte ärztlich versorgen lassen.© Foto: Loga
Sehr wertvoll ist die Sammlung sogennanter Fayencen, reich bemalte Tongefäße. Sie dienten zur Aufbewahrung von Rohstoffen und ließen auf Ansehen und Reichtum des Apothekers schließen.© Foto: Loga
Eine neue Krimi-Satire ist erschienen.© Foto: Loga
Zu den ältesten und wertvollsten Büchern der Sammlung zählt das Kräuterbuch des Pedacii Dioscurides aus dem Jahr 1614.© Foto: Loga
Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle Metall-Mörser eingeschmolzen um daraus Munition herzustellen. Daher gab es zu dieser Zeit nur sogennante Kriegsmörser, die aus Keramik waren.© Foto: Loga
In dem Labor erhält der Besucher einen Einblick in den Alttag eines Apothekers zu früheren Zeiten.© Foto: Loga
Verschiedene Destillationsapparaturen bieten einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweise und Entwicklungsgeschichte der Apotheker.© Foto: Loga
Die Kräuterkammer umfasst eine umfangreiche Sammlung an hölzernen Teedosen, Mörsern und verschiedenen Botanisierbestecke. © Foto: Loga
Sie beinhaltet alles, was zum Sammeln der Pflanzen über Trocknung, Zerkleinerung und Aufbewahrung der Pflanzenteile notwendig war. © Foto: Loga
Mit den Botanisierungstrommeln gingen der Apotheker oder sein Lehrling in die Natur, um Pflanzen für ihre Herbarien (Sammlung von verschiedenen Kräutern und Pflanzen) zu finden.© Foto: Loga
Interessant ist die Sammlung so genannter Animalia, Arzneimittel die als Grundstoff animalische oder auch menschliche Bestandteile haben. So galt im Mittelalter beispielsweise Bibergeil (ein Drüsensekret) als Heilmittel für hysterische Frauen oder Schlangenhaut als Verjüngungskur.

Unterirdische Bibliothek Umfangreich ist die unterirdische Bibliothek. Über 600 Bücher - seit dem 17. Jahrhundert - darunter Fachliteratur aus den Bereichen Chemie und Rechtskunde sowie Kräuterbücher sind hier zu finden. Zu den wertvollsten Objekten gehört ein altes Rezeptsammelbuch. Es beinhaltet Rezepte, die Ärzte von 1680 bis 1720 ausgestellt haben. Außerdem gibt es eine umfangreiche Sammlung von Arbeitsutensilien eines Apothekers. Zu besichtigen sind über 200 Mörser, die aus verschiedenen Länder und unterschiedlichen Zeitaltern stammen. Darunter findet sich beispielsweise ein altrömischer Mörser aus dem Jahr 350 nach Christus.

Besonders spannend ist der Mörser aus Achat. Das Achat-Mineral gilt in der Homöopathie als heilend. Früher wurde angenommen, dass seine heilende Wirkung während des Zerstoßens auf das Arzneimittel überging.

Drogenkästchen

In der Kräuterkammer bewahrte der Apotheker seine so genannten Drogen auf. - Getrocknete Kräuter, die gepresst oder zerstoßen und zur anschließend Weiterverarbeitung aufbewahrt wurden. Zu sehen sind Kräutergefäße aus dem 17. und 18. Jahrhundert und Drogenkästen, die damals zur Aufbewahrung der Kräuter dienten.

Das historische Labor des Museums zeigt mit Öfen, Destillation- und Messapparaturen den Alltag in früheren Zeiten. Damals war die individuelle Herstellung von Medikamenten die Hauptaufgabe der Apotheker. So können die Besucher hautnah miterleben, wie Pillen gepresst, Zäpfchen gegossen und Tinkturen hergestellt wurden und ihr Glück auch selbst versuchen.