Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Im Bann der Bilder

BOCHUM In den 80er Jahren, als der "Hunger nach Bildern" durch den Erfolg der "Jungen Wilden" gestillt wurde, begann das Ehepaar Berg Kunstwerke zu sammeln. Und das bewusst entgegen spekulativer Tendenzen.

von Von Angela Wiese

, 28.12.2007

Hans und Christine Berg ging es nie um einen wissenschaftlichen oder kunsthistorischen Anspruch, sondern um den "Bann der Bilder". Heute besitzen die Bergs etwa 300 Werke. 150 Exemplare zeigen die Sammler, die inzwischen in der Schweiz leben, im Museum der alten Heimatstadt Bochum.

Hauptsächlich Malerei

"Unterschiedliche Bilder stehen für unterschiedliche Weltbilder", sagt das Ehepaar. Sie seien "das Lebenselixier", das "energetische Kraftfeld" in ihrem Haus. Immer hätten sie Bilder erworben, die sie nicht mehr losgelassen, die sie angezogen oder abgestoßen hätten.

So setzt sich die Sammlung aus unterschiedlichsten Werken, hauptsächlich der Malerei, zusammen. Drei große Komplexe lassen sich ausmachen: Die Klassische Moderne ist unter anderem mit August Macke und Emil Nolde vertreten. Erwin Wortelkamp und Emil Schumacher sind Vertreter des Informel in der Sammlung. K.H. Hödicke und Jörg Immendorf präsentieren mit ihrer Kunst die neue Figuration.

Persönliche Beziehungen

Hauptmotive der Sammlung sind die subjektive Wahrnehmung von Natur und Zivilisation, Eros und Tod, Gottlosigkeit und Spiritualität. Bei der Betrachtung der Bilder fällt sofort die Farbintensität ins Auge. Passend dazu gibt K.H. Hödickes "Feuerwerk über dem Alexanderplatz" der gesamten Ausstellung den Titel.

Besonders ist auch die Beziehung, die die Bergs zu einigen der Künstler haben. Erwin Wortelkamp und Emil Schumacher hätten sie in ihren Häusern besucht, berichtet das Paar. "Manchmal haben wir auch bis in die frühen Morgenstunden in Berlin mit den Malern an irgendwelchen Theken gestanden". Dort haben sie dann stundenlang geredet. Ein eindruckvolles Zeugnis davon, dass die Bergs auch persönlichen Kontakt zu den Künstlern hegen, liefert "Bergwelt" von Bernd Finkeldei. Das Bild zeigt die sechsköpfige Familie Berg in ihrem Haus in der Schweiz. 

 Feuerwerk über dem Alexanderplatz, bis 20. Januar, Museum Bochum, Kortumstraße 147, di-so 10-17 Uhr, mi 10-20 Uhr.