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In „Pension Schöller“ möchte der Onkel Irre erleben

Theater Oberhausen

Einzelaktionen von Schauspielern versuchen, die Inszenierung des Schwank-Klassikers „Pension Schöller“ von Carl Laufs am Theater Oberhausen zu retten.

Oberhausen

, 25.03.2018
In „Pension Schöller“ möchte der Onkel Irre erleben

Da hat der Onkel (Jürgen Sarkiss, r.) noch gut lachen. Sein Neffe (Mervan Ürkmez) soll ihm Irre zeigen. Foto: Hupfeld

Leider hat das Theater Oberhausen keinen Draht mehr zu Herbert Fritsch, der dem Publikum so schöne verrückte Inszenierungen beschert hat. Denn Regisseur Martin Laberenz weiß dort wenig mit dem alten Schwank „Pension Schöller“ anzufangen, wie die Premiere am Freitag zeigte.

Erst einmal kann sich Laberenz nicht entscheiden: Soll sein Stück nun zur Entstehungszeit 1890 in Berlin oder 2018 in Oberhausen spielen? Er macht beides, nimmt den Originaltext über den Provinzonkel, der echte Irre erleben will, mit Pensionsgästen gefoppt wird, aber selbst durchdreht, und peppt ihn mit Modernismen auf.

Timing stimmt nicht

Dann zieht er Einzelszenen unnötig in die Länge und baut neue ein, in denen er das Publikum einbezieht. Manchmal wieder passiert gar nichts, bis auf dass die Drehbühne rotiert.

So gerät das Timing durcheinander und auch manche Pointe geht verloren. Als kontraproduktiv erweisen sich überdies die Mehrfachbesetzungen, vor allem von Ayana Goldstein in gleich allen drei Töchterrollen.

Mimen spielen ihr komödiantisches Talent aus

Das Plus des Abends: Einzelne Schauspieler dürfen ihr komödiantisches Talent ausspielen. Jürgen Sarkiss als Onkel Klapproth kann’s einfach: macht den Affen vor dem Großwildjäger und den Animateur fürs Publikum, driftet genüsslich ab in den Wahnsinn und ballert zuletzt wild um sich.

Torsten Bauer gibt einen großmäuligen Major a.D. im Kampfanzug und mit Trump-Perücke. Christian Bayer, Typ Max Raabe (aber nicht so singstark, wie ein Schubert-Lied beweist), hat als monologisierender Möchtegernschauspieler die Lacher auf seiner Seite. Immerhin.

Termine: 8./11./28.4., 13./ 18./25.5.; Karten. Tel. (0208)8578184. www.theater-oberhausen.de
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