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Dortmunder Intendant inszeniert

In Salzburg wird die Zauberflöte zum Spiel

SALZBURG / DORTMUND Mit Mozarts "Zauberflöte", der Lieblingsoper der Österreicher, werden die Salzburger Festspiele am 27. Juli eröffnet. Es ist eine Produktion, auf die die Welt schaut: in der riesigen Felsenreitschule, mit Nikolaus Harnoncourt am Pult und dem Dortmunder Opernintendanten Jens-Daniel Herzog als Regisseur. Alle neun Vorstellungen sind ausverkauft, die Nachfrage ist riesig.

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Die Felsenreitschule in Salzburg hat eine riesige Bühne, die 50 Meter breit ist.

Der Dortmunder Opernintendant Hjens-Daniel Herzog führt Regie in der Eröffnungspremiere der Salzburger Festspiele.

Seit einer Woche ist Jens-Daniel Herzog in Salzburg. Eigentlich wollte er schon Mitte Juni bei den musikalischen Proben mit Harnoncourt, dem Concentus musicus Wien und den Solisten dabei sein; wegen des Dortmunder Opernballs hat er darauf verzichtet. "Ich habe noch nie mit einem Dirigenten so intensiv gearbeitet", erzählt der 47-Jährige: "Wir haben uns sieben Mal getroffen, immer für sechs Stunden. Auch Harnoncourt versteht die Oper als Gesamtkunstwerk. Mit ihm zu arbeiten, ist eine große Freude."

Ursprüngliches Spiel

Herzogs Augen strahlen, wenn er von seiner ersten "Zauberflöten"-Regie erzählt. 65 Inszenierungen hat er bislang vorgelegt, in Dortmund waren drei zu sehen. Allmählich spürt er den Druck, bei so renommierten Festspielen, an einem so bedeutenden Ort für eine Eröffnungspremiere und die erste Inszenierung in der Intendanz von Alexander Pereira verantwortlich zu sein. "Das ist ein bisschen so wie bei Jogi Löw", sagt Herzog: "Der Druck wächst. Abschütteln kann man den nicht."

Magischer Ort

Die "Zauberflöte" kehrt in Herzogs Regie in die riesige Felsenreitschule zurück, den magischen und traditionellen Ort, an dem das Werk lange beheimatet war. Herzog bringt sie mit seinem langjährigen Bühnenbildpartner Mathis Neidhardt, mit dem er auch in Dortmund zusammen arbeitet, auf die Bühne.

"Ich möchte dieser Oper wieder ihre ursprüngliche Bedeutung als Spiel zurückgeben. Auf die Zauberflöte haben sich 220 Jahre Rezeptionsgeschichte gelegt. Das Bedeutungsschwere, das sich auf ihr abgelegt hat, wollen wir abblasen. Man soll wieder die diebische Freude, die Mozart und Schickaneder gehabt haben, sehen", sagt der Regisseur. Besonders hat ihn die Königin der Nacht interessiert, eine entmachtete, entmündigte Frau, der das Kind genommen wurde.

Fahrbare Räume

"In der Zauberflöte stehen sich zwei Welten gegenüber, die einander auch bedingen. die Welt des Lichts und der Rationalität und die der Nacht, die Welt der Gefühle, der Phantasie, des Traums. Von diesem Kampf erzählt die Oper und von zwei Paaren, die zwischen die Fronten der zwei Prinzipien geraten, sich bewähren müssen und ihren eigenen Weg zu finden haben", erläutert der Regisseur.

Mit viel Bühnenmaschinerie will Herzog die 50 Meter breite Bühne füllen. "Das Bühnenbild ist die Felsenreitschule", sagt er. Mit fahrbaren Elementen holt er die Kulisse in kleiner Form auf die Bühne. Es entsteht ein Raum in Raum, der sich wie eine Ziehharmonika auch auf 50 Meter auseinander ziehen lässt.

Urlaub in der Berghütte

Seit dieser Woche probt Herzog mit dem Ensemble in der Felsenreitschule. "Es sind wunderbare Sänger" schwärmt er. Einen, Tenor Lucian Krasznec, hat er aus Dortmund mitgenommen.

Auf sein Dortmunder Ensemble ist Jens-Daniel Herzog richtig stolz, mit seiner ersten Saison ist er zufrieden. Fünf Prozent mehr Auslastung und eine Steigerung der Einnahmen um 27 Prozent machen Mut. Jedes Jahr will er die Auslastung nun um fünf Prozent steigern. "Dortmund soll eine Opernstadt werden", wünscht sich der 47-Jährige.

Es soll weitergehen in Salzburg Auch in Salzburg soll er weiter inszenieren. "Es gibt Vorschläge für 2013", sagt Herzog. Nach der Premiere wird er Urlaub machen mit seiner Familie und Bühnenbildner Mathis Neidhardt und dessen Familie. Auf einer Berghütte, weit ab vom Festspiel-Trubel.  

Die Felsenreitschule





Besetzung „Zauberflöte“:

 

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