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Neu im Kino

In „The Florida Project“ ziehen arme Schlucker ins Motel 

„The Florida Project“ ist eine Sozialstudie aus Amerika, dicht an der Wirklichkeit erzählt.

In „The Florida Project“ ziehen arme Schlucker ins Motel 

Willem Dafoe spielt den Motelmanager Bobby Foto: Prokino Filmverleih

In Hollywood kommt Amerikas weiße Unterschicht („white trash“) kaum vor, und wenn als Junkies oder Kriminelle. Anders in Sean Bakers Indie-Film „The Florida Project“, der in den Alltag armer Schlucker eintaucht, sich auf Augenhöhe mit ihnen bewegt, so ungekünstelt, dass er die Anmutung einer Doku hat.

Eine fabelhaft lebensechte Sozialstudie, realisiert mit Laien, nur der wunderbare Willem Dafoe ist ein Profi. Er spielt den Hausmeister eines Billig-Motels in Florida, unweit von „Disneyworld“.

Zuhause für Verlierer

Hier wohnen die Verlierer. So die junge Halley (Bria Vinaite), „white trash“ aus dem Bilderbuch: tätowiert, kein Job, kein Plan, nichts auf dem Kasten, aber große Klappe. Sie schnorrt, zieht Touristen ab, geht manchmal anschaffen.

Das deprimiert, sollte man denken. Tut es aber nicht, weil der Film aus Sicht von Halleys sechsjähriger Tochter erzählt, klasse gespielt von Brooklynn Prince.

Die Welt ist ein Abenteuer

In Moonees Wahrnehmung ist die Welt ein Abenteuer, das Motel ein Themenpark: „Hier wohnt der Mann, der immer verhaftet wird“, erklärt sie einer Freundin ihr Zuhause. Sie spielen, machen Unfug, leben in den Tag. Auch Moonees Mutter lebt in den Tag, das Jugendamt schaltet sich ein.

Sean Baker erzählt von einer verlorenen Generation, deren Kindern das Gleiche blüht: ein „McJob“, die Existenz am Minimum. Ein Film ohne Weinerlichkeit und Zeigefinger, trotzdem erschütternd großartig. 

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