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Vertrag läuft bis 2016

Industriekultur kostet Millionen

DORTMUND/BOCHUM Die Industriekultur des Ruhrgebiets ist uns lieb und teuer. 6,1 Millionen Euro pumpen das Land NRW und der Regionalverband Ruhr (RVR) jährlich in die sechs Ankerpunkte der "Route der Industriekultur". So sieht es ein Vertrag vor, der bis 2016 läuft.

Industriekultur kostet Millionen

Der Rost schläft nie: Die Kokerei Hansa ist ein Stück Industriekultur, das ständig gepflegt werden muss.

Die Zeche und die Kokerei Zollverein in Essen, die Jahrhunderthalle Bochum, die Kokerei Hansa in Dortmund und der Gasometer Oberhausen - das sind die Besuchermagnete im Revier. Pro Jahr fließen 3,6 Millionen Euro aus dem Haushalt des Landes NRW in die Grundsicherung dieser Gebäude. Zusätzlich zahlt der RVR jährlich 2,5 Millionen Euro für die Instandsetzung. Teuer? "Diese Gebäude sind das Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebietes", betont Reinhold Budde, Betriebsleiter der "Route der Industriekultur". Stolze 9,5 Millionen Besucher waren 2010 auf dieser Route unterwegs. Und das sind die Kosten der sechs Ankerpunkte aus dem aktuellen "Evaluierungsbericht 2009-2011" des RVR:

  • Der Landschaftspark Duisburg-Nord bekommt eine Million Euro pro Jahr vom Land NRW als Grundsicherung. Hinzu kommt ein Eigenanteil, der je nach Ankerpunkt verschieden finanziert wird. In Duisburg-Nord waren das zum Beispiel 2010 rund 1,3 Millionen Euro. Die Instandsetzungskosten kommen dazu. Aus den Kassen des RVR flossen dafür 2009 bis 2011 insgesamt 2,15 Millionen. Bis 2016 werden weitere 2,2 Millionen verbaut. Dafür kommen aber auch inzwischen eine Million Gäste pro Jahr.
  • Die Zeche Zollverein erhielt in den letzten drei Jahren 1,74 Millionen vom RVR für die Instandsetzung. Das größte Problem ist die Konstruktion der Wände, es sind mit Ziegelsteinen ausgefachte Stahlkonstruktionen. "Da setzt der Rost an", erklärt Reinhold Budde. Die Erhaltung hat ihren Preis: fast sieben Millionen Euro bis 2016.
  • An die Kokerei Zollverein überwies der RVR für Instandsetzungen in den letzten drei Jahren 1,16 Mio. Euro. Der Bericht warnt, dass auf der Kokerei angesichts "des fortgeschrittenen Verfalls der Bausubstanz ein immenser Grundsicherungsbedarf" besteht. Bis 2016 wird der RVR hier 2,59 Millionen ausgeben.
  • Die Kokerei Hansa erhält vom Land eine Grundsicherung von 404.000 Euro jährlich. Hinzu kommt jeweils der Eigenanteil, 2010 waren es zum Beispiel 305 000 Euro. In die Instandsetzung hat der RVR von 2009 bis 2011 rund 866.000 Euro investiert. Bis 2016 sind Arbeiten für 2,4 Millionen Euro geplant.
  • An die Jahrhunderthalle Bochum zahlte der RVR in den letzten drei Jahren 241.000 Euro für die Instandsetzung. Das Gebäude ist ein Sonderfall, denn die Stadt Bochum will es übernehmen. Der Vertrag liegt allerdings bis Herbst erst einmal auf Eis - wegen der Hausghaltslage des Landes. Er sieht vor, dass das Land jährlich 548.000 Euro und der RVR jährlich 300.000 Euro zuschießen (bis 2023). Außerdem ist vorgesehen, dass das Land 9,45 Mio. für die Sanierung der Halle und den Ausbau der Innenstadt West gibt, die Stadt Bochum gibt 2,17 Mio. dazu.
  • Der Gasometer Oberhausen kostet das Land 245.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein Eigenanteil, der 2010 rund 316.000 Euro betrug. Beim RVR schlug die Riesentonne in drei Jahren mit Instandsetzungen für 132 000 Euro zu Buche. Bis 2016 hat der RVR weitere Mittel von 415.000 Euro eingeplant.

Und was passiert danach? Dann muss der Industriekultur-Vertrag neu verhandelt werden, erklärt Reinhold Budde. 2014 beginnen die Gespräche.

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