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Theater Oberhausen

Internationales Ensemble spielt Asyldrama „Medea“

OBERHAUSEN Das Theater Oberhausen brachte am Freitag eine "Medea" heraus. Das Spannende dabei: Die alte Asylantengeschichte des Euripides wird von den Syrerinnen Wihad Suleiman (Text, Regie) und Reem Helou (Bühne, Kostüme) präsentiert, die selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Die Konfrontation von Vertrautheit und Fremdheit setzt sich im Ensemble fort, das aus deutschen und arabischstämmigen Schauspielern und einem syrischen Musiker besteht.

Internationales Ensemble spielt Asyldrama „Medea“

Medea (Janna Horstmann) und Jason (Omar El-Saeidi) in der Oberhausener Inszenierung

Wihad Suleiman indes nutzt das im Theater Oberhausen nicht - wie etwa Jalila Baccar und Fadhel Jaibi 2010 in Bochum - für ein neues "Medea"-Drama, sondern erzählt nur die Euripides-Tragödie nach. Es beginnt mit der leidenden Medea: Kaum hat sie mit Jason und den beiden Kindern in Korinth bei König Kreon Asyl gefunden, ist sie vom Gatten verlassen worden.

Blonde Rächerin

Janna Horstmann, eine Medea mit langem blondem Haar, liegt zusammengekauert auf dem Sofa - und Khater Dawa stimmt für sie melancholische Töne auf der arabischen Laute an. Anna Polke, die als Amme die Vorgeschichte erzählt, hat einen vergleichbaren "klassischen" Widerpart in Dunja Dogmani. Diese vertritt den Chor des antiken Dramas und tut dies als vornehm-schlichte Araberin mit weisen Worten in klarer, poetisch-distinguierter Sprache.

Kreon (gefühlskalt: Hartmut Stanke) macht aus der verzweifelten Medea, indem er sie aus seinem Reich verbannt, die wütende, auf blutige Rache sinnende Frau. Janna Horstmann bleibt hier in ihren widersprüchlichen Gefühlen durchaus menschlich. Stark, wie sie da hockt und die Kinder imaginiert, die sie so liebt und doch umbringen will, damit sie nicht in die Hände der "Feinde" fallen. Später wird sie ihre innere Zerrissenheit tanztheatralisch auszudrücken versuchen.

Versöhnungs-Dinner

Kulminationspunkt des Abends ist das "Versöhnungs-Dinner" mit Jason (Omar El-Saeidi), bei dem sie ihm, wie er natürlich erst hinterher erfährt, die eigenen Kinder auftischt. Von Medeas Morden selbst sieht man nichts. Zum Schluss allerdings wäscht sie sich - in einer Schüssel mit Blut.

 

Termine: 24.2., 10./11./ 12./15.3.; Karten: Tel. (0208)8578184.

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